Samsung Galaxy Xcover @ Wacken Open Air 2012 [Test]

Es schwamm in Bier, tauchte im Matsch, flog durch die Luft und führte mich sicher zu meinem Zelt: Das Samsung Galaxy Xcover begleitete mich auf das Wacken Open Air (WOA) 2012…und wir haben es beide gut überstanden.

Wackeeeeeeeeeeen \o/

Ein Rückblick…

Letztes Jahr hatte ich in Wacken bereits ein Samsung B2710 und mein iPhone dabei.
Das Dilemma: Ersteres erfüllte in keiner Weise die gewachsenen Ansprüche an die Nutzung eines Mobiltelefons – um letzteres hatte ich schlichtweg Angst. In der Natur fühlen sich Smartphones gemeinhin nicht ganz so wohl. Bei Outdoor-Events wie dem WOA wird “draussen” für handelsübliche Telefone schnell mal zur lebensfeindlichen Umgebung.

Mit dem Galaxy Xcover schien Samsung nun die Best-of-both-worlds-Lösung im Sortiment zu haben – ein Outdoor Smartphone.
Da das Telefon bei amazon auch ohne Vertrag günstig zu haben war, wurde nicht lange gezögert, sondern bestellt und eingepackt. 

No specs, no datasheets…

Technische Daten von Handys sind schön und gut, aber ob das Gerät etwas taugt, zeigt sich letztlich doch in der Praxis.
In Wacken bedeutete dies zunächst mal Ernüchterung. Die miese Display-Beleuchtung des Handys machte die Bedienung tagsüber unter freiem Himmel zu einer ganz eigenen Herausforderung. Mit hellem Umgebungslicht kommt das Telefon nicht gut klar…ein Umstand, der draussen eher schlecht ist!

Auch der Prozessor, der das Galaxy Xcover antreibt, macht nicht den flottesten Eindruck. Die Bedienung wirkt leicht träge, und ist nicht mit modernen Geräten vergleichbar. Aber, mehr Leistung bedeutet auch einen gesteigerten Energiebedarf – auch wieder schlecht, wenn der Zugang zu einer Stromquelle nicht immer garantiert ist. Insofern ließe sich die Performance des Galaxy Xcover wohl als passabler Kompromiss bezeichnen.

Über die Verbindungsleistung – das sei an dieser Stelle angemerkt – lässt sich keine vernünftige Aussage machen. Das Netz war dort derart überlastet, dass einem Datendienste eigentlich nie auf Kommando zur Verfügung standen. Ich halte das nach wie vor nicht für ein Problem des Galaxy Xcover; das Problem betraf so ziemlich alle mobilen Endgeräte, die beim WOA im Einsatz waren.

Leider beeinflusste dies auch das Ortungssystem des Smartphones irgendwie nachteilig. Eine Positionsbestimmung zog sich gerne mal hin.

Smartphone…

Der riesige Vorteil eines Smartphones ist natürlich die Möglichkeit, Apps zu verwenden. Mit den landläufigen Social Media Applikationen hält man Verbindung nach Hause und teilt gleich mal die ganzen Eindrücke, die auf einer Veranstaltung wie dem WOA unaufhörlich auf einen einprasseln.
Zusätzlich gibt’s beim WOA eine eigene App, die eine Karte des Geländes, die neuesten Nachrichten und den aktuellen Spielplan zur Verfügung stellt. Das alles nutzen zu können, ohne einen Gedanken an die Witterung verschwenden zu müssen…einfach genial!

Outdoor…

Der größte Feind elektronischer Geräte ist bekanntlich Feuchtigkeit – und davon gab’s dieses Jahr reichlich. Soviel sei gesagt: Egal ob 20 Liter pro Quadratmeter am Freitag oder dann 50 Liter am Samstag – Regen ist dem Galaxy Xcover völlig egal. Kurz das Display an der Hose abgewischt und weiter geht’s.

Allerdings könnte man eine solche Situation auch mit einem normalen Telefon – eventuell mit einer halbwegs guten Tasche  - überstehen.
Outdoor-Qualitäten braucht es dafür eigentlich nicht.

Aber was ist, wenn das Telefon runterfällt und/oder komplett nass wird?

Festival-Legenden besagen, dass sich Biergläser, Pfützen und Dixie-Klos als Landeplätze besonders hervortun. Das habe ich (fast alles!) ausprobiert…

Es lebt…

Das Galaxy Xcover soll ja laut Herstellerangaben einen längeren Tauchgang überleben – in der Praxis dürfte das kaum eine Rolle spielen.
Wichtig ist, dass das Handy sich nicht sofort mit einem Kurzschluss ins Nirvana verabschiedet, sondern noch aus seiner misslichen Lage befreit und weiter genutzt werden kann. Das gewährleistet das Xcover anstandslos!

“Sag mal,…ist hier Zeltplatz R?”…

Eine weitere Wacken Legende besagt, dass es immer wieder Leute gibt, die nachts ihr Zelt nicht finden.
Was soll ich sagen: Nix Legende, live erlebt!
Dann schlägt die Stunde des Smartphones. Per Wacken App die gespeicherte Position des eigenen Zelts aufrufen und die arme, verirrte Seele (und sich selbst) nach Hause navigieren.

Blauer Punkt = Mein Zelt

Und auch hier gilt wieder, dass man das auch in strömendem Regen mit unendlicher Gelassenheit machen kann.

Flug und (halbwegs) harte Landung…

Der Form halber wollte ich mal einen Eindruck von der Robustheit des Galaxy Xcover machen. Also hab ich es – zugegeben etwas praxisfremd – ein paar mal durch die Luft geworfen, und es auf den Boden aufschlagen lassen. Der weiche Untergrund hat sicher mitgeholfen…aber Beton hat’s auf dem WOA ohnehin nicht…

Die äußere Hülle ist für solche Stürze perfekt ausgelegt.
Spitze, metallene Gegenstände mag sie aber nicht – daher hab ich den “Krieg-ich-ne-Bierflasche-damit-auf”-Test auch abgebrochen.
Mein Eindruck ist, dass das Galaxy Xcover einen Sturz aus üblicher Haltehöhe unbeschadet übersteht. Auch auf einem härteren Untergrund.

“Aha, da kamen also die Blasen her…”

Das heisst aber nicht, dass es keine Zeichnung davon getragen hat.
So sieht ein Galaxy Xcover nach drei Tagen in Wacken in Regen und Matsch aus:

Bei der Reinigung hilft die Wasserdichtigkeit wieder mit. So wie vorher in Bier kann man das Telefon problemlos auch in Sagrotan versenken!
Und nach der Runde abtupfen mit dem Cyber Clean Glibber sieht das Telefon wieder aus wie neu – obwohl es Dinge aushalten musste, die normale Handys in Elektroschrott verwandelt hätten (mein iPhone und mein Galaxy Note auf jeden Fall)!

Es werde Licht…

Ein Wort zur Stromversorgung. Der Einsatz eines Smartphones unter derart widrigen Bedingungen hat seinen Preis.
Faustregel: eine Akkuladung pro Tag.

Wir hatten ein Stromaggregat dabei und auch die Möglichkeit (mit Augenmaß) über die Batterien der Fahrzeuge zu laden.
Ich habe mich stattdessen für ein 5000 mA Powerpack entschieden. Somit hatte ich morgens ein voll geladenes Handy und am Ende sogar noch etwas Saft für meine Videokamera. Bei einem zeitlich überschaubaren Aufenthalt im Freien, ist das für mich die ideale Lösung.

Fazit:

Bier, Dreck, Stürze und vermisste Zelte. Das alles hat das Galaxy Xcover nicht ins Schwitzen gebracht. Das miese Display und der etwas grenzwertige Motor unter der Haube machen es für mich nicht zur ersten Wahl für den Alltag.
Während der drei Tage im Holy Wacken Land hätte ich es aber nicht missen wollen. Der verhältnismäßig günstige Straßenpreis lässt es durchaus zu, dass man es sich als Austauschgerät für solche Events kauft und auf Seite legt.

Meine Wacken Karte für 2013 ist schon bestellt – und das Samsung Galaxy Xcover kommt definitiv wieder mit! (Marco)

2 Gedanken zu “Samsung Galaxy Xcover @ Wacken Open Air 2012 [Test]

  1. Pingback: Video: Samsung Galaxy Xcover im Metal-Test – auf dem Wacken Open Air 2012 › Netbooknews - Mobile Computing Blog

  2. Pingback: Mit dem Samsung Galaxy S4 Active auf’s Wacken Open Air? | Übergrün

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