World of Warcraft – Mists of Pandaria…durchgespielt?!

Der Titel ist natürlich etwas irreführend. Bei einem Spiel ohne richtiges Ende wird man nie den Credit Screen sehen. Aber da ich mittlerweile den aktuellen Endboss “Wille des Kaisers” besiegen konnte (“Videobeweis” weiter unten!), heisst es für mich jetzt in gewisser Weise “content clear”. Und da so langsam die neuen Spielekracher für die Konsolen in den Startlöchern stehen, wird’s auch Zeit, den Deckel auf unser WoW Feature drauf zumachen.

Im Grunde hatte ich mir meine Meinung bereits gebildet, bevor ich mich das erste Mal eingeloggt hatte. Warum? Es gab eine (meiner Meinung nach) völlig missratene letzte Erweiterung “Cataclysm”, daraus resultierend massive Verluste in der Spielerzahl…und nun auch noch Pandas. Als sich dann die ersten Analysten zu Wort meldeten und miese Verkaufszahlen für “Mists of Pandaria” prognostizierten hatte ich mich endgültig darauf eingestellt, hier ein Requiem auf eine Legende anzustimmen. Doch dann kam es unerwartet ganz anders…

Vielleicht schonmal soviel vorneweg: Mists of Pandaria ist eine gelungene Erweiterung und bereichert die Spielewelt ungemein. Aber…

…viel neues hab ich zunächst natürlich nicht zu sehen bekommen, denn wie bereits angekündigt, hab ich ja mit der neuen Rassen/Klassen Kombination, einem Pandaren Mönch, neu angefangen, um auch noch die letzte Änderung auskosten zu können. Das Leveln durch die alte Welt ging gut von der Hand und ermöglichte auch noch mal einen Eindruck von der Größe und Weitläufigkeit der Spielewelt. Ichhabe es mir nicht nehmen lassen, meine Eindrücke über 90 Level in einem Video festzuhalten.

Und so unglaublich das klingen mag. Das war gerade mal ein Bruchteil von dem, was es mittlerweile in WoW zu bestaunen gibt.

World of Lorecraft – Die Hintergrundgeschichte

Mit Level 85 ging es dann in die Zonen der neuen Erweiterung. In Cataclysm wollte Blizzard innerhalb der Geschichte um den korrumpierten Drachenaspekt Deathwing alle losen Enden zusammenknüpfen, die sich über die Jahre angesammelt hatten. Heraus kam ein wenig glaubhaftes Sammelsurium von Einzelgeschichten, denen man das große Ganze nie so richtig abnehmen wollte. In Mists of Pandaria ist das deutlich besser gelungen.

Der übergeordnete Plot lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Die Pandaren leben auf ihrem abgeschiedenen Kontinent in Frieden und Harmonie. Vor langer Zeit haben sie die Bedrohungen durch das böse Mogu Imperium und die Sha beseitigt. Letztere sind manifestierte negative Emotionen wie Angst, Wut und Zweifel welche in der Lage sind, Lebewesen zu übernehmen und zu korrumpieren. Die Ankunft der Allianz und der Horde mit samt dem Krieg den sie mitbringen, weckt sowohl die Mogu als auch die Sha und entfacht einen Kampf an mehreren Fronten.

Spieltechnisch umgesetzt wurde das Ganze wie gehabt in mehreren Zonen, die nach Spielerlevel gestaffelt immer schwierigere Herausforderungen bieten. Wobei schwierig relativ ist. In der Masse handelt es sich um bekannte Aufgaben à la “Töte 10 davon”, “Bring mir 10 davon” und “Bring dies mal dorthin”. Den Möglichkeiten des Quest Designs sind halt Grenzen gesetzt. Man muss anerkennend zur Kenntnis nehmen, dass sie sich redlich bemüht haben, den Quests soweit wie möglich einen individuellen Touch zu geben. Wer zwischen dem Monster-Kloppen einen Moment Zeit nimmt, kann die liebevoll gestalteten Landschaften bewundern.

Um dem Quest-Einerlei zeitweise zu entkommen, gibt’s auch wieder neue 5-Spieler Instanzen. Und die sind mal richtig gut gelungen: nicht zu kurz, nicht zu lang und mit spannenden neuen Bossen, die man auch besiegen kann ohne sich vorher länglich in Spielhilfen einlesen zu müssen.
Wenn man dann auf Level 90 angekommen ist, beginnt das Spiel wie bei den bisherigen Erweiterungen eigentlich erst richtig.

Auch bei Mists of Pandaria konnte Blizzard das Endgame-Dilemma nicht lösen. Gibt’s wenig zu tun jammern die Spieler, gibt’s viel zu tun jammern die Spieler auch. Eigentlich jammert die Community immer – egal was Blizzard macht. Deswegen haben die Entwickler vor langer Zeit beschlossen, die Community nicht groß einzubinden, sondern das Spiel so zu gestalten, wie sie selbst es für richtig halten. Meistens liegen sie damit richtig…meistens.

Und täglich grüßt dass Murmeltier blaue Ausrufezeichen!

Kurzer Exkurs in die WoW Geschichte. Es muss so Anno 2007 gewesen sein (unfassbar wie lange dieses Spiel schon läuft), als findige Entwickler bei Blizzard eine innovative Lösung fanden, wie man reingepatchte Inhalte etwas strecken konnte. Es wurden Quests angeboten, die man täglich wiederholen konnte. Diese “Dailies” wurden dann noch mit dem bereits vorhandenen Fraktionen/Ruf-System verknüpft und damit der Grundstein für eines der größten Ärgernisse des heutigen Spiels gelegt.

Das muss man sich so vorstellen: Eine beliebige Nichtspieler Fraktion im Spiel verfügt über einen Punktewert, der ihr Verhältnis zur eigenen Spielfigur ausdrückt. Über das Absolvieren der täglichen Aufgaben (im Spiel zu erkennen an einem blauen Ausrufezeichen, statt einem gelben) steigert man nach und nach den eigenen Ruf und hat bei Erreichen von bestimmten Zwischenstufen (Wohlwollend, Respektvoll, Ehrfürchtig) Zugriff auf immer stärkere Belohnungen.

Klingt langweilig? Ist es irgendwann auch! Vor allem, weil es gleich eine viel zu große Zahl von Fraktionen gibt – und in Mists of Pandaria hat das unsportliche Ausmaße angenommen. Warum man das trotzdem macht? Weil es bei Erreichen von “Ehrfürchtig” herausragende Belohnungen gibt. Das derzeit prominenteste Beispiel haben wir hier im Video:

Ein Herz für Gelegenheitsspieler

Man kann alles machen, was einem angeboten wird – man muss es aber nicht. Um diesen Umstand zu unterstreichen hat Blizzard diese Erweiterung deutlich zielorientierter gestaltet und bietet für jede Tätigkeit eine Alternative an. Keine Lust stundenlang über das Land zu fliegen auf der Suche nach Rohstoffen? Kein Problem – dann eröffnet man seine eigene Farm an und pflanzt die Rohstoffe einfach an; Zeitaufwand: 5 Minuten. Keine Interesse an Schlachtzugsinstanzen aber trotzdem der Wunsch nach epischer Ausrüstung? Auch kein Problem: Für die täglichen Quests gibt’s Punkte, mit denen man sich entsprechende Panzerungen und Waffen kaufen kann; Zeitaufwand: bemisst sich in Wochen.

WoW goes Pokemon

Ein weiteres Beispiel für ein kürzlich hinzugefügtes, alternatives Betätigungsfeld ist der Haustierkampf. Begleiter, die nicht in Kämpfe eingreifen, gibt es schon seit dem Ur-WoW. Über die Jahre hat sich davon eine stattliche Anzahl angesammelt. Sammeln ist in diesem Fall ein gutes Stichwort, denn es gibt genug Spieler, deren Passion die Besitznahme einer möglichst großen Zahl dieser Haustiere ist. Fast immer ereilte alle diese “Pets” das gleiche Schicksal: Sie verschwanden in der Tasche und wurden nur alle Jubeljahre mal ausgepackt. Das hat Blizzard jetzt geändert! Man kann mit den Viechern gegen andere Haustiere antreten und diese bei Bedarf einfangen oder für Erfahrungspunkte und Erfolge besiegen. Was sich zunächst nach einer Irsinnsidee anhörte, entpuppt sich nach dem Anspielen als eine völlig neue Facette, in die man in Blizzard typischer Manier “easy to learn, hard to master” unterschiedlich viel Zeit investieren kann. Doch Vorsicht wenn erstmal der Ehrgeiz und die Sammelwut geweckt sind!

Am Ende wartet der Schlachtzug

Aller Beschäftigung zum Trotz, bleibt der Schlachtzug, der Raid, die Krone des Endgames. Woche um Woche versuchen Gruppen zu 10 oder 25 Spielern den neuen Bossen ihre epischen Beute zu entreissen. Seit der Cataclysm Erweiterung gibt es die Möglichkeit, sich einer zufällig zusammengestellten Gruppe anzuschliessen und die Instanzen in einem deutlich reduzierten Schwierigkeitsgrad zu bewältigen. Das nimmt dem Ganzen etwas den Flair den es vorher hatte, ermöglicht aber auch Gelegenheitsspielern die Endgame Inhalte zu sehen. Ingame sieht das dann wie folgt aus:

Mein Fazit werde ich aufteilen:

Mists of Pandaria für neue Spieler?

Ich wüsste derzeit keinen Grund, warum man World of Warcraft nicht mal ausprobieren sollte. Das Startpaket, die sogenannte Battle Chest, beinhaltet das Grundspiel, die ersten beiden Erweiterungen und 30 Tage kostenlose Spielzeit zum Preis von um die 15 Euro. Dafür bekommt man Zugang zur größten und am besten funktionierenden Online Welt. Azeroth ist Sandbox in Reinkultur. Egal ob man erkunden möchte, seine Berufe skillen, questen oder im Spieler gegen Spieler Gefecht antreten will – die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Mit der letzten Erweiterung “Cataclysm” hat Blizzard die alten Gebiete komplett überarbeitet und einsteigerfreundlich gestaltet. Und wenn man das alles durch hat, wartet am Ende mit Mists of Pandaria eine tolle Erweiterung, die das Spielerlebnis nochmal verbessert.

Mists of Pandaria für Rückkehrer?

Wer mal World of Warcraft gespielt und aufgehört hat, wird seine Gründe haben. Wem’s aus Prinzip nicht gefallen hat, wird gar nicht erst bis hierher gelesen haben ;-) . Für alle anderen gilt: Guess what, alle diese Gründe findet man vermutlich auch wieder in Mists of Pandaria. Für viele Änderungen gibt’s schlichtweg keinen Weg mehr zurück, weil die Entwickler mit den jeweiligen Spielmechaniken zufrieden sind. Das Ausmaß des Grinds für die Daily Quests ist irgendwie abartig…aber der geht ja irgendwann vorbei. Unterm Strich hat Blizzard aber mit Mists of Pandaria vieles richtig gemacht – und sich das mal anzuschauen lohnt die Aktivierung seines stillgelegten Accounts auf jeden Fall. Also tut es mir einfach nach, staubt Rüstung und Schwert oder den Zauberstab ab und werft euch wieder in die Schlacht…
Bis der Reiz des Neuen irgendwann wieder verfliegt und die Waffen wieder schweigen!

5 Gedanken zu “World of Warcraft – Mists of Pandaria…durchgespielt?!

  1. Super Beitrag!
    Hab vor knapp 1 3/4 Jahren aufgehört weil es halt immer das gleiche war, die Leute, die viel Zeit hatten viel schneller weiter gekommen sind und ich was gegen die Sucht machen musste, direkt nach der Uni mich einzuloggen bis mir die Augen zu fielen…
    Jetzt hätte ich doch schon noch mal bock da rein zu schauen… Klingt ganz so als würde es auch Spaß machen, wenn man nicht im Endcontent rum hängt..

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