Das LG Optimus L9: Ein Smartphone für’s Volk? [Test]

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Schauspieler Axel Prahl wirbt für das Volks-Smartphone (Foto: LG PR)

Seit Anfang des Monats vermarktet LG das Optimus L9 zusammen mit der Bild Zeitung, die es kurzerhand zum Volks-Produkt ernannt hat. Nach der Volks-Arznei (Klosterfrau) und der Volks-Zahnbürste (Oral B) folgt nun also das Volks-Smartphone. Für jedermann soll es sein. Das Volks-Produkt an sich zeichnet sich in erster Linie durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aus. Der Preis für das Optimus L9 ist mit der Aktion auf 299 Euro gefallen. Wie es um die Leistung steht, die man dafür bekommt, galt es also heraus zu finden. Dazu haben wir uns das L9 besorgt, und eine Woche lang getestet.

Wie bei uns üblich, gibt es hier wenig bis gar keine Spezifikationen: Entweder die Kiste läuft und macht Spaß, oder eben nicht. Ganz egal, welcher Prozessor drin steckt, oder wie viele Megapixel die Kamera hat.

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Das L9 auf den ersten Blick: Design, Display und Verarbeitung

Das große 4,7-Zoll-Display des Optimus L9 hat mich vom ersten Moment an begeistert. Vor allem die maximale Helligkeit ist beeindruckend. Bei einem weißen Hintergrund blendet es sogar fast. Ich habe den Bildschirm demnach auf 75% gedimmt…und zwar nicht, weil ich sorge um den Akku hatte. Das habe ich so noch nicht gesehen – weder beim Samsung Galaxy S III noch beim Galaxy Note. Ich vermute sogar, dass man Inhalte auf dem Display auch noch bei starker Sonneneinstrahlung wirklich gut ablesen kann, wenn man voll aufdreht. Bestätigen kann ich dies leider nicht, da das Wetter während des Testzeitraums nicht mitgespielt hat.

Die Größe des Displays ist sicherlich Geschmacksache. Sie bedingt recht große Abmessungen, was für einige Nutzer einen Kritikpunkt darstellt. Für mich ist die Hauptsache, dass ein Smartphone bequem in die Hosentasche passt. Und das ist beim Optimus L9 der Fall. Also, alles super aus meiner Sicht. Als Volks-Smartphone soll es aber dem Otto-Normalverbraucher ansprechen. Für den ist die Größe eher ungewohnt.
Optisch gefällt mir das Gerät mit seinen klaren Linien sehr gut. Durch die abfallenden Kanten auf der Rückseite legt es sich grundsätzlich gut in die Hand. Ich persönlich halte das Gerät allerdings etwas höher. Somit hat sich die spitze Ecke unangenehm in die Handfläche gebohrt. Keinesfalls heftig. Aber bei meinem Galaxy Nexus ist das für mich besser gelöst, da es an gleicher Stelle deutlich runder ist.

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Mein persönliches Problem: Die spitze Ecke des LG Optimus L9 liegt etwas unangenehm in der Handfläche

Gegen die Verarbeitung kann man nicht meckern. Bei unserem Testgerät saß alles fest, nix hat gewackelt. Auch nicht der Akkudeckel. Dieser ist zwar saudünn und lässt sich ganz leicht verbiegen, wenn man ihn alleine in den Fingern hat…ist er allerdings ins Gerät eingesetzt, sitzt er bombenfest und schließt ohne Spaltmaße (viele kennen das bestimmt noch vom Samsung Galaxy S II). Die raue Rückseite fasst sich gut an, und ist nicht so anfällig für Fingerabdrücke. Auch die physischen Köpfe am Gerät geben wenig Anlass zur Beanstandung. Ein Verschluss für den Mirco-USB-Eingang wäre nett gewesen.

Meckern möchte ich allerdings über die Platzierung des Klinken-Anschluss für den Kopfhörer oder auch das Headset. Er befindet sich an der Oberseite des Smartphones. Ich hasse das und finde es total bescheuert. Zum einen wird das Kabel ungünstig geführt, wenn man das Gerät vor sich in der Hand hält. Zum anderen ist es blöd, wenn man das Gerät wie ich in der Hosentasche trägt und es mit der Oberseite zuerst reinsteckt. Wieso, weshalb und warum der Anschluss an der Oberseite platziert wurde, ist mir egal! Auch wenn es unten aufgrund andere Bauteile keinen Platz mehr gab. An alle Hersteller: ändert das! Ach, und wo wir schon mal dabei sind: Der SD-Karten-Zugang wird vom Akku versperrt – ist auch nicht optimal.

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SD Karte einsetzen oder tauschen? Dazu muss erst der Akku entfernt werden -.-

Flüssig oder zäh: Wie läuft’s?

Kurze Antwort: flüssig. Ob es sich um das effektvolle Wischen (gibt ganz nette Animationen) durch die verschiednen Homescreens handelte, oder das Starten/ Schließen einer App…das Optimus L9 hat immer zügig reagiert. Kann mich also nicht beklagen. Jetzt ist es allerdings auch so, dass ich den Advanced Task Killer installiert habe und mehrmals am Tag einsetze, um Apps, die im Hintergrund noch laufen, zu schließen. Macht man dies nicht, kommt auch das Optimus L9 vermutlich irgendwann mal ins Stottern. Aufwendige Games habe ich mir ausnahmsweise auch gespart. Für eine normale Nutzung ist es aber meiner Meinung nach ausreichend mit Power ausgestattet.
Das User Interface bietet jetzt keine großen Besonderheiten. Vieles ist bekannt. Ich habe mich schnell zurechtgefunden. Es hat den Anschein, dass es nicht ganz so aufwändig ist, wie bei Samsung oder HTC. Vielleicht ist aber auch genau das der Grund, warum es die Performance nicht ausbremst. Jedenfalls hatte ich nicht den Eindruck. Das Gegenteil war damals beim Samsung Galaxy S II oder beim Galaxy Tab (P1000) der Fall.

Apps à la LG

Auch wenn es sich nicht um krasse Neuheiten handelt, so bringt das UI vom Optimus L9 doch ein paar “Exklusivitäten” mit sich. Neben den zahlreichen Apps in Google Play stehen dem Anwender noch ein paar Anwendungen zur Verfügung, die LG mit auf das Optimus L9 gepackt hat. Ist allerdings nix neues dabei. LG selbst hebt insbesondere die beiden Funktionen Quick Memo und Quick Translator hervor. Mit Quick Memo können Screenshots gemacht, und auf simple Art und Weise bearbeitet werden. Mit Quick Translator könnt ihr Worte oder Zeilen abfotografieren und diese übersetzen lassen. Beides zeigen wir euch im Video:

Kamera erfüllt ihre Pflicht

Habe schon bessere Fotos gesehen, die mit einem Handy aufgenommen wurden. Das Optimus L9 stellt mit seiner 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite bestimmt keine Referenz in dieser Disziplin dar. Trotzdem sind die Aufnahmen gut und mit großer Wahrscheinlichkeit für die Zielgruppe von ausreichender Qualität (Stichwort: Volks-Smartphone). Für den Schnappschuss zwischendurch ist dies ohnehin der Fall. Ein Fotolicht unterstützt bei schlechten Lichtverhältnissen.
Zur Veranschaulichung findet ihr unten in der Galerie ein Foto, das ich mit dem Optimus L9 gemacht habe. Zum Vergleich gibt es daneben das selbe Motiv, aufgenommen mit dem Galaxy Nexus: Zugegeben: Das Nexus ist auch nicht unbedingt ein Fotokünstler.

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Dicker Akku für ein Durchhaltevermögen

Der Akku ist von großer Kapazität und wirklich leistungsstark. Trotz großem Display (auf 75% Helligkeit) und intensiver Nutzung bin ich bequem durch den Tag genommen. Für mich ein völlig neues Gefühl, ab dem Nachmittag nicht immer mit einem Auge nach einer Steckdose Ausschau halten zu müssen ;) Unten seht ihr mal exemplarisch einen Status zum Batterieverbrauch. An diesem Tag war ich auf Dienstreise und habe besonders viel Musik gehört und im Internet gesurft.

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Ein ganzer Tag bei starker Nutzung? War mit dem LG Optimus L9 kein Problem!

Fazit

Kommen wir auf die Frage vom Anfang zurück: Ist das LG Optimus L9 ein Smartphone für das Volk? Ja – mit Einschränkungen! Das passt sogar ganz gut. Ich sehe einzig und allein bei der Größe einen kleinen Konflikt mit dem Geschmack der Masse. Der Anteil derer, die dabei einen Kompromiss eingehen, ist vermutlich größer als der Anteil der Kunden, die genau danach suchen. Sonst bietet das Gerät aus meiner Sicht wenig Frustpotential. Es läuft flüssig und das Display macht richtig Spaß. Die Darstellung ist beeindruckend. Ich schenke LG auch mal meinen Glauben, wenn Sie mitteilen, dass das Update auf Jelly Bean “in Kürze” verfügbar sein wird :) Bleibt mir nur noch zu formulieren: Bei einem Kurs von 299 Euro ist das Preis-Leitungs-Verhältnis top!

Ein großes Dankeschön an one and only @Gillyberlin, der uns netterweise das Testgerät zur Verfügung gestellt hat! Und wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte mal beim LG Blog vorbeischauen…hier werden gleich 5 Optimus L9 verlost. Viel Glück :)

6 Gedanken zu “Das LG Optimus L9: Ein Smartphone für’s Volk? [Test]

  1. Naja, Übergrün ist hier weder die Optik der Hardware noch die LG Oberfläche … wie ich diese custom dinger hasse :/

    Rein von den Werten her scheints aber echt nicht schlecht zu sein, besonders noch in Hinblick auf den Preis! Gut gemacht jungs. Saugrüner Test!

  2. Eine Frage an den Tester: Du hast geschrieben, dass Du mit dem L9 viel Musik gehört hast – wie ist denn der Sound über angeschlossene Kopfhörer? Taugt das L9 als MP3-Player? Über das L7 hört man Widersprüchliches, aber es gab viele Tester / User, die von einem starken Grundrauschen und einem Blechdosen-Sound berichteten…
    Würde mich über eine Einschätzung freuen!
    Danke im Voraus!

    • Hi Palle! Zunächst einmal vielen Dank für deinen Kommentar. Den Sound vom L9 kann ich nur mit Einschränkungen beurteilen. Ich hatte leider nicht die zugehörigen Kopfhörer im Einsatz, die LG mit dem Gerät liefert. Stattdessen habe In-Ears von Skull Candy benutzt (…die sind jetzt nicht sooo der Knaller). Die Musik selbst kam über die App vom Musik Streaming Service rdio. Dementsprechend habe ich mich dem nativen Player so gut wie gar nicht gewidmet. Der Sound über die rdio-Skull-Candy-Kombi war okay. Nach Blechdose klang es nicht :) Auch ein Rauschen habe ich so nicht wahrgenommen. Aber da besteht allein aufgrund der verwendeten Headsets noch Luft nach oben.

    • Schöne Frage, Marrin :) Ich denke, Kollege Timo kann diese aus eigener Erfahrung beantworten(…kleiner Scherz :) .
      Im Ernst: Das Optimus L9 wiegt 125 Gramm. Es besteht also keine Gefahr, dass das Gerät ein Loch in deine Handtasche reißt ;)

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