Kindle Paperwhite: Unboxing, Hands-On & Ersteindruck


Im Dunklen ist gut Munkeln, heißt es. Für die Nutzer eines Amazon Kindle galt das bisher nur eingeschränkt. Im Dunkeln ging mangels eigener Beleuchtung nämlich relativ wenig – um nicht zu sagen, nix. Der Behelf war zumeist irgendeine Form von Hülle mit angeflanschter Leselampe…nicht so die Musterlösung. Der neue Kindle Paperwhite verspricht Abhilfe. Sein E-Ink Display ist beleuchtet und soll so jede weitere Lichtquelle überflüssig machen. Na gut, hab ich gedacht, das schau ich mir an…

Die neue Auflage der Kindle Linie kam für mich genau zur rechten Zeit – meiner ist mir nämlich vor ein paar Wochen kaputt gegangen. Obwohl das Gerät einen recht robusten Eindruck macht, ist das Display dann doch etwas stoßempfindlich.

Lieferumfang: Ist das alles?

Der Kindle Paperwhite kommt, genau wie seine “Geschwister”, in einer eigenen Amazon “Rettet die Umwelt”-Pappverpackung. Eine separate Umverpackung entfällt – gut durchdacht. Ein Blickfang ist die Verpackung deshalb, weil sie nicht im üblichen kartonagen-braun, sondern stilecht schwarz daher kommt.

Im Inneren finden sich nur Dinge, die für den Betrieb des Kindle absolut notwendig sind. Sogar auf ein Netzteil verzichtet Amazon und geht wohl davon aus, dass man irgendwo im Haus schon irgendeine USB-Buchse findet, die dem Akku wieder Leben einhaucht.

Auspacken, loslegen!

Mein erster Kindle war von Amazon für mich vorkonfiguriert. Nach dem Anschalten war meine ID schon eingestellt und mein Bücher-Archiv stand zur Verfügung. Den neuen Paperwhite musste ich erstmal personalisieren – das ist jedoch Teil des Einrichtvorgangs und nur ein kurzer Arbeitsschritt mehr. Das Gerät führt einen in die wichtigsten Bedienschritte ein…dann kann’s losgehen.
Ein Wort zur Displaybeleuchtung. Beim Starten fährt zunächst das Betriebssystem hoch. Die Beleuchtung schaltet sich erst später zu – also einen kurzen Moment Geduld. Ich war im ersten Moment erstaunt und enttäuscht ob der fehlenden Leuchtkraft ;-)

Hier kann man sich das auch mal in bewegten Bildern anschauen:

Touch statt Klick

Der Kindle Paperwhite verfügt im Gegensatz zum normalen Kindle über einen Touchscreen. Das hätt’ jetzt für mich nicht sein müssen, weil ich die Tasten an der Seite eigentlich ganz angenehm fand.

Der Screen ist in unterschiedliche Zonen unterteilt, die so angeordnet sind, dass man den Kindle weiter einhändig bedienen kann. Die Eingabe in den erweiterten Menüs wird etwas träge erfasst und umgesetzt – es handelt sich halt nicht um ein hochgezüchtetes Smartphone Display. Das Blättern funktioniert tadellos – ohne nennenswerten Unterschied zum unbeleuchteten Kindle.

Das Display: Es werde Licht!

Das beleuchtete E-Ink Display ist super und der Kindle damit für mich jeden Cent wert. Die knackige Schärfe der Schrift ohne zusätzliche Lichtquelle genießen zu können hätte vermutlich dazu geführt, dass ich mir das Gerät auch gekauft hätte, wenn der alte nicht kaputt gegangen wäre.

Die Hintergrundbeleuchtung ist allerdings nicht gleichmäßig über den Bildschirm verteilt und wirkt etwas fleckig. Das sorgt witzigerweise dafür, dass es mich eher eine Buchseite erinnert und dem Anblick das klinisch reine nimmt. Der Grund ist das indirekte Beleuchtungsprinzip. Streng genommen handelt es sich nicht um eine Hintergrundbeleuchtung, sondern das Licht wird von oben auf den Bildschirm runter projiziert. Das soll auch angenehmer für die Augen sein und beim Lesen entlasten.

Alles hat seinen Preis.

Damit meine ich nicht so sehr die Kosten für das Gerät. Das kostet 129 Euro in der Variante ohne 3G und 189 Euro mit. Ich bin froh, dass ich vorbestellt habe, denn das Ding scheint restlos ausverkauft und erst wieder im neuen Jahr verfügbar zu sein. Nein, was ich eigentlich meine, ist die Auswirkung der Beleuchtung auf den Akku. Amazon gibt die Laufzeit des Paperwhite mit 8 Wochen an. Das wäre echt der Hammer, weil es doppelt so lang ist, wie beim normalen Kindle, dem nach immerhin einem Monat der Saft ausgeht.
Ich werde es ausprobieren.

Das System Kindle.

Mit einem Kindle hat man Zugriff auf Amazons unermessliche digitale Bücherwelt und kann aus einem Fundus von 200.000 Bücher, das ausleihen, was man möchte. Da kann einem die 1-Click Einstellung in seinem Amazon Konto, über die der Kindle läuft, mal leicht zum Verhängnis werden ;-) . Angst haben, dass es keinen Büchernachschub mehr gibt, braucht man jedenfalls nicht. Und wem das immer noch nicht reicht, der kopiert sich einfach händisch Dateien im geeigneten Format auf das Gerät.

Fazit

Eins vorneweg: Ein nostalgisches Verlangen nach echten Buchseiten muss an mir vorbeigegangen sein. Seit dem ich auf einem Tablet zum erste Mal die Kindle App eingesetzt habe, bin ich überzeugter eLeser. Auf einem echten eReader zu lesen ist allerdings nochmal ein Qualitätssprung, den ich ebenso wie meinen Kindle nicht mehr missen möchte.
Für mich bringt der Paperwhite genau die letzten Details mit, die ich beim bisherigen Einstiegsgerät vermisst habe. Der Aufpreis ist nicht unerheblich, aber er lohnt sich meines Erachtens voll und ganz. Ich sehe derzeit auch keinen Grund, warum sich meine Meinung bei Langzeitnutzung ändern sollte…
Klare Kaufempfehlung!

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