Nestlé Special-T: Tee kochen, Gadget-Style! [Test]

Der Fortschritt macht (Gott sei Dank) vor keinem Bereich unseres Lebens halt. So war es wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis jemand den trivialen Vorgang des Aufgießens geschredderter Blätter mit heißem Wasser einer zeitgemäßen Automatisierung unterziehen würde.

An so einer Maschine kam ich natürlich nicht vorbei und hab’ mir eine Nestlé Special-T zugelegt. Schließlich kann man dem Körper nicht immer nur Kaffee und Energy Drinks zumuten…

Heißgetränk-Erlebniswelt

Ich bin ein überzeugter Nespresso-Trinker. Der Kaffee den die Maschine aus den kleinen bunten Kapseln zaubert schmeckt einfach hervorragend. Als Plastiktüten-Einmalnutzer kollidiert ein solches Kapsel-System bei mir natürlich auch nicht mit irgendeiner Form von Rettet-den-Regenwald-Mentalität. Dass man die Kapseln nicht im Supermarkt um die Ecke bekommt, sondern entweder im Internet ordern oder in eigenen Nespresso “Boutiquen” kaufen muss, stört mich auch nicht weiter.

Will sagen, der Boden war bereitet, als ich Mitte des Jahres in einer Pressemitteilung las, dass Nestlé beabsichtige den großen Erfolg von Nespresso dahingehend auszuweiten, dass man ein vergleichbares System mit Tee plane.

Shut Up and take my Money!

Gesagt, getan. Als vor zwei Wochen eine entsprechende Werbung über meinen Fernseher flimmerte, hab ich auf der Stelle den Online-Shop von Special-T aufgesucht und bestellt. Und zwar beim Preis von 89€ (inklusive einer Teeauswahl und zwei Tassen) gleich Mal zwei Startersets – eins für’s Büro und eins für zu Hause.

Die Lieferung kam prompt und in einer ansprechenden Verpackung (ich verweise mal auf unser Video dazu).

Technik und Design

Die Inbetriebnahme der Maschine ist kinderleicht – große technische Überraschungen gibt’s nicht. Wassertank ran und befüllen, Stecker rein, einschalten und los geht’s. Nachdem man die Leitung zwei-, dreimal durchgespült hat, kann man die erste Kapsel einlegen und hat kurz danach einen frisch aufgebrühten Tee. Die Maschine selbst fühlt sich ähnlich – wenn auch nicht ganz so hochwertig – an wie meine Nespresso Pixie. Bei der Bedienung kann man nichts falsch machen. Deckel auf, Kapsel rein, kurz schauen ob die Anzeige auf grün springt (dazu gleich mehr) und die Starttaste drücken.

Go-go-gadgeto Tee…

Wieso spreche ich der Special-T denn nun gadgetesque Züge zu? Ganz einfach, weil sie anhand der eingelegten Kapsel erkennt, welche Teesorte sich darin befindet und danach die optimale Wassertemperatur und Brühzeit festlegt (…dass die Kapsel erkannt wurde, zeigt die besagte grüne Anzeige an).

Dies ist deshalb ein findiges System, weil es weitaus aufwändiger ist, einen guten Tee zu machen als einen Kaffee (wo das Wasser ja im Prinzip in einem Rutsch durchlaufen kann) – und das Ergebnis bei verschiedenen Teesorten reproduzieren zu können. Soviel vorweg: das gelingt der Special-T, wie ich finde, in hervorragender Weise.

Die Wassermenge, die die Maschine ausspuckt ist vorab festgelegt. Die mitgelieferten Tassen sind entsprechend groß. Wer lieber seine Lieblingstasse benutzen möchte, kann deren Größe ohne Probleme einprogrammieren. Ob das auch mit kleinen ostfriesischen Teetassen funktioniert, habe ich allerdings noch nicht ausprobiert. Von Hause aus, handelt es sich eher um größere Tassen. Die Teemenge in den Kapseln übertrifft einen handelsüblichen Teebeutel auch bei weitem.

Und was bringt’s?

Bisher sah Tee kochen bei mir so aus: Wasserkocher rauskramen, praktisch immer zuviel Wasser einfüllen, warten bis es kocht, Wasserkocher vergessen, neu anschalten, wieder warten bis das Wasser kocht, damit dann einen Teebeutel übergießen und das Ganze anschließend grundsätzlich zu lange ziehen lassen. Das gehört ja aber jetzt der Vergangenheit an ;-)

Ich benutze die Maschine nun schon lange genug, um den ersten Hype abebben zu lassen, aber ich genehmige mir nach wie vor regelmäßig einen Tee aus der Special-T. Von daher hat sich die Anschaffung auf jeden Fall gelohnt.

Ein Wort zum Service.

Die Bestellung auf der Special-T Website geht leicht von der Hand. Die Lieferung – das hatte ich ja bereits erwähnt – ging wirklich fix. Leider war eine der beiden Maschinen, die “Asche des Fujiama” – im Volksmund auch als Anthrazit bezeichnet – defekt. Ein kurzer Anruf beim Service genügte um per eMail einen Rücksendeschein zu bekommen und mein Ersatzgerät ist mittlerweile schon wieder bei mir und funktioniert tadellos.

Um bis zum Service durchzudringen braucht es allerdings eine ordentliche Portion Geduld. Ich hing bei meinen Anrufen teilweise über 20 Minuten in der (immerhin kostenlosen) Warteschleife. Offenbar ist man dort ein Opfer des eigenen Erfolgs. Warum bei einem Produkt, dass hauptsächlich über das Internet zu beziehen ist, ausgerichtet an einer Zielgruppe, die mit selbigem umgehen kann, die Telefon-Hotline überlastet ist, wirft natürlich interessante Fragen auf, die ich an dieser Stelle aber nicht erörtern will.

Stattdessen gibt’s die Maschine hier mal in bewegten Bildern…

Fazit

Ich bin restlos begeistert von der Special-T und kann sie jedem empfehlen, der sich zwischendurch mal Tee aufbrüht und den aber gerne auf Knopfdruck in der Tasse haben möchte.

Wer ohnehin großer Teetrinker ist und das Zeug kannenweise aufbrüht, für den ist die Special-T in etwa so sinnvoll wie eine Senseo für jemanden, der den Kaffee kurz vor intravenös konsumiert.
Vielleicht sucht der eine oder andere auch noch ein passendes Weihnachtsgeschenk. Hier wär’ vielleicht eins…

P.S.: Es gibt 25 Teesorten und jede Kapsel kostet 0,37€. Die Übersicht über die Sorten gibt es hier.

30 Gedanken zu “Nestlé Special-T: Tee kochen, Gadget-Style! [Test]

    • Mein Verständnis war bisher, dass man den Tee x Minuten ziehen lässt, um einen optimalen Geschmack zu erreichen. Die Maschine ist darauf getrimmt, dies in etwa unter zwei Minuten für jede der angebotenen Teesorten zu erreichen. Das wäre dann so, als wenn man sich penibel an die Anweisung auf der Verpackung von Teebeuteln hält.
      Ein gezieltes Abweichen davon, weil man seinen Tee beispielsweise lieber etwas stärker trinkt, ist meines Erachtens nicht vorgesehen.
      Das ist wirklich nur eine Maschine für Leute, die wie ich auf Knopfdruck schnell eine (für mich) perfekte Tasse Tee wollen. Wenn man auf den Vorgang an sich wert legt oder von der durch Nestlé festgelegten geschmacklichen Norm abweicht, wird man mit dieser Maschine vermutlich nicht warm.

  1. Wer den Tee einfach und servierfertig in die Tassebe kommen möchte, für den ist diese Maschine doch ein Traum. Wer dagegen mehr auf Individualisierung und Tradition wert legt, muss sich darüber im klaren sein, dass er hier nicht glücklich wird.

  2. Und was ist, wenn ich meinen zweiten, dritten oder vierten Aufguss meines Grüntees machen möchte? Da lobe ich mir doch meinen Wasserkocher für 20 € und meine losen Tees. ;-)

    • Hab die Maschine jetzt seit einigen Tagen in Betrieb. Aus einer Teekapsel lassen sich, je nach Sorte, bis zu vier Tassen aufgießen. Das wird nirgends erwähnt und natürlich ist die erste Tasse auch die beste. Aber die Tees sind insgesamt geschmacklich so überzeugend, dass man auch mit den Folgetassen noch glücklich sein kann. Jedenfalls ist das meine subjektive Meinung. ;)

        • hallo,
          habe mir die Special T auch gekauft und bin auch echt begeistert, genauso wie meine Kinder und mein Mann. Habe auch mittlerweile schon neue Kapseln bestellt und auch keine Probleme damit. Was das mehrmalige Aufbrühen mit einer Kapsel betrifft, kann ich nur sagen, kein Thema. Mache bei jeder Sorte pro Kapsel 2 Tassen Tee davon (am besten innerhalb von 2 Std.) und die 2. Tasse hat geschmacklich keinen Qualitätsverlust und es ist natürlich auch ein Kostenfaktor. Ich finde Sie prima und bereue meinen Kauf auch in keiner Weise :-) ))

        • …. Hallöchen zusammen, ich hab auch seit einigen Wochen die geniale Teemaschine von Nestle … ein Traum kann ich da nur sagen :-) Da ich selber gerne große Tassen Tee trinke, hab ich natürlich auch getestet, wie ich so eine Kapsel sinnvoll nutzen kann. (Vorallem bin ich ja auch Schwabe :-) ) Ich lass die Kapsel wie gewohnt durchlaufen und verwende die benutze Kapsel aber nochmal. Und zwar nicht einfach nur nochmals auf die grüne Taste drücken SONDERN die Kapsel auswerfen und NEU einlegen, dann wird der Tee wie eine frische Kapsel mit den entsprechenden Wassereinlasspausen aufgebrüht. Geht einwandfrei und die Kapsel hat soviel Tee beinhaltet, das man keine Geschmacksverlust hat. … lass mir gleich nochmal ein Tässchen raus … viel Spaß :-)

  3. Hallo,

    sind denn die Teeblätter gequetscht, oder haben sie einigermaßen Platz, so dass sie vom Wasser ausgiebig “umspült” werden können?

    Wie ist das mit dem Wasserfilter? Nach ca. wievielen Tassen muss er ersetzt werden? Und wie teuer ist er?

    Danke

    • Ich hab noch keine Kapsel im trockenen Zustand aufgemacht. Aber die aufgequollenen Blätter füllen die Kapsel wie man auf dem Foto sieht komplett aus, so dass man sicher ausreichend Platz gelassen hat. Wenn man die Kapseln schüttelt hört man die Blätter auch. Da kann schon alles ausreichend ziehen…
      Wenn die Lebensdauer eines Wasserfilters erschöpft ist, zeigt die Maschine das an. Wie lange das dauert – keine Ahnung. Hab ich die Maschinen seid Wochen im Dauereinsatz und bisher geht’s. Der Brita Wasserfilter, den ich mir für meine Nespresso geholt habe, hält 4 Wochen. Das dürfte ein guter Anhalt sein.
      Der Filter ist im Prinzip kostenlos. Jeder Teelieferung liegt einer bei. Überprüfen konnte ich das noch nicht, da ich aufgrund der zwei Starter-Sets bisher ausreichend versorgt war. ;-)

      • So, ich habe dann mal Tee nachbestellt. Mindestbestellung sind 80 Kapseln bzw. 8 Packungen. Ab 15 Packungen fallen keine Versandkosten (6 Euro) an. Die auf möglichst viele neue Sorten zu verteilen, war gar nicht so einfach, da der Shop (vermutlich aufgrund der Weihnachtsferien) ziemlich leergeräubert ist.
        Bei Erreichen der Mindestbestellmenge wird automatisch ein kostenloser Wasserfilter zugefügt.
        Eine Auslieferung innerhalb von 72h wird versprochen…mal abwarten. Aber bei Nespresso klappt das ja auch!

  4. Hallo. Habe seit Weihnachten ein Maschine. Nach einigen Tagen spuckte sie nur eine geringe Menge Tee aus. Dann kam wieder mehr. Das Spiel ging immer wieder. Einmal war die Teemenge normal (150ml), dann wieder nur boden bedeckt.
    Und noch dazu fingen auch noch alle Lichter zu blinken an. Ich rief 2 mal bei der Service Stelle an. Beim 2. Mal konnte ich dann die Maschine zurück schicken. Nach gut 10 Tagen war ein neue Gerät da.
    Jetzt fängt da auch wieder das Problem an, dass die Teemenge nicht stimmt.
    Kennt sonst noch jemand das Problem????
    Mir wurde von der Hotline gesagt, man darf die Kapsel kein 2.mal verwenden.
    Danke

    • Hab meine Maschine auch seit Weihnachten. Bis jetzt keine Probleme. Ziehe aus den Kapseln grundsätzlich 2-3 Tassen. Die Frage muss doch lauten, was beutet “zweimal” verwenden? Mehrere Tassen ziehen, oder die Kapsel nachträglich ein zweites mal reinstecken und wieder benutzen? Das würd ich, glaub ich, auch nicht machen. Das die nicht empfehlen die Kapseln für mehr als eine Tasse zu verwenden, erscheint naheliegend. Dafür ist es sicher nicht gedacht. Die wollen doch Tee verkaufen. ;)

    • Hallo – das Problem habe ich auch gelegentlich – ich möchte aber meine maschine vorerst behalten, da ich die stärke des tees noch extra einstellen kann. Es gibt aber eine neue Maschine – die schmale die man auf dieser website sieht, die dürfte standhafter sein. Einfach nochmal zurückschicken !

  5. Die Beschreibung inkl. Fotos der T-Special ist wirklich klasse, mein Kompliment. Als Betreiber von tee-maschine.com ist dieses Posting inkl. Kommentare für mich doppelt interessant, wenn wir auch die Nestle-Teemaschine (noch) nicht verkaufen dürfen und mit anderen Teezubereitern Vorlieb nehmen müssen. Ich bin gespannt, ob sich das Teekapsel-System durchsetzen wird, die Chancen hierzu stehen sicherlich nicht schlecht, da mit den Kaffeekapseln bereits “Vorarbeit” geleistet worden ist.

  6. Habe mir aufgrund der guten Beschreibungen hier die Teemaschine bestellt. Funktioniert wunderbar und tut was angekündigt.
    Richtig ärgerlich ist nur der Vertrieb in Wien. Es gibt nur zwei Filialen, wo ich Kapseln ausprobieren kann, die haben aber nur die zehn gängigsten Sorten da. Fazit: Nestle verlangt eine “Blindbestellung” von mindestens je 10 Kapseln einer Sorte, die mit interessanten Namen und ausgefallenen Mischungen locken. Das finde ich doch sehr merkwürdig (noch dazu wo Nespresso aus dem gleichen Konzern es seit Jahren erfolgreich vormacht!) und hinterlässt ein Gefühl wie bei den Heizdeckenvertretern im Autobus.
    Wie ein Weltkonzern so ein Vertriebskonzept aufbauen kann, das mM nach das Scheitern beinhaltet, bleibt wohl ein Rätsel.

    • Also ich muss auch sagen, dass ich das Marketing Konzept nicht ganz verstehe. Ich habe den Eindruck, dass man die Wirkung der Exklusivität bestimmter Teesorten und des exklusiven Vetriebswegs etwas überschätzt. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das weitergeht.

      Bei den Teesorten bin ich auch schon reingefallen. Als es kurz nach Weihnachten Lieferengpässe gab, hab ich einfach auf gut Glück bestellt. Fast alle Sorten waren richtig klasse aber ein, zwei haben mir überhaupt nicht geschmeckt. Und die liegen jetzt halt zu Hause rum…

      Alles in allem bin ich aber weiterhin schwer begeistert!

      • …..es geht aber noch besser: Habe heute an special-t geschrieben und moniert, das man in den zwei Filialen in Wien nur wenige Sorten probieren kann. Antwort: Sie verstehen mein Problem und ersuchen mich die Teesorten in der Filiale zu probieren……..da erübrigt sich jeder Kommentar.
        Eine Frage hätte ich aber doch: Tee muss – je nach Sorte – bis fünf Minuten ziehen. Die Teemaschine erledigt dies aber in viel kürzerer Zeit – ist das Technik oder Chemie?

        • Da würde ich auf Technik tippen. Ich hab so ne Kapsel aufgemacht und da ist einfach nur Tee drin.

          Allerdings hat der Tee ja nicht annähernd den intensiven Geschmack eines Tees der fünf Minuten gezogen hat. Da ich einen Teebeutel auch nie viel länger als ein bis zwei Minuten in der Tasse lasse, passt die Brühdauer bei mir allerdings ganz gut.

          • Danke für die rasche Antwort und vielleicht (hoffentlich) wird der Vertriebsweg auch noch optimiert. Dann wäre es die perfekte Lösung!

  7. Herzlichen Dank für den interessanten Beitrag. Ich habe kürzlich selbst erst die Werbung im Fernsehen gesehen und überlegt ob ich mir sie kaufen soll. Nach den vielen begeisterten Berichten hier und den positiven Kommentaren werde ich wohl auch zuschlagen.

  8. Hallo, ich habe seit einigen Wochen auch eine Nestlé Special-T-Maschine. Sie gefällt mir sehr gut, auch der Tee schmeckt prima (zwar nicht alle Sorten, aber da muss man sich eben durchprobieren …).
    Jedoch spitzt der Tee bei mir über die Tasse hinaus, auf die Arbeitsplatte, bzw. auf den Tisch. Man muss nach jeder Zubereitung den Tisch rund um die Abtropfschale abwischen. Dies habe ich auch schon reklamiert und eine neue Maschine bekommen. Jedoch ist es hier auch wieder so, nach jeder Zubereitung ist wischen angesagt. Was ist da los? Bei wem ist es ebenso? Muss man da eine Einstellung vornehmen? Danke für eure Infos!

    • Ich besitze zwei Maschinen und mir ist das so noch nicht passiert. Ab und zu scheint bei der einen Maschine der Ablauf durcheinander zu kommen und bei nochmaligen Drücken der Start-Taste läuft die Tasse zu voll (an dieser Stelle ein Hoch auf die Oberflächenspannung). Gespritzt hat bei mir noch nichts.

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