Das Internet der Dinge und meine Heizung: RWE Smarthome [TEST]

Ich steuere die Heizkörper und Elektrogeräte in meiner Wohnung seit neuestem per App. Dabei ist egal, wo ich mich aufhalte. Ob ich noch im Bett liege oder im Urlaub bin: Mein Smartphone ist meine Schaltzentrale. Mit Hilfe des RWE Smarthome Systems bin ich mittendrin im Internet der Dinge. Ein Testbericht.

Das RWE Smarthome System

Aktuell wird kaum eine Runde Buzzword-Bingo gespielt, ohne dass man nicht auch vom Internet der Dinge hört. In diesem Internet der Dinge hat plötzlich fast jedes Objekt eine Verbindung zum Internet. Kaffeemaschinen zum Beispiel, oder Autos. Der Stromanbieter RWE vernetzt mit Hilfe seines Smarthome Systems den heimischen Haushalt mit dem Internet. Dies geschieht über Thermostate und Steckdosenadapter, die mit einer Basisstation kommunizieren. Gesteuert wird das System per Browser oder mit Hilfe einer Mobile App. Die als Zentrale fungierende Basisstation, die Thermostate sowie die Steckdosenadapter kommunizieren über eine verschlüsselte Funkverbindung.

Und warum das Ganze? 

Diese Frage muss ein Gadgetfreak wie ich nicht wirklich beantworten, um die Sache an sich interessant zu finden. Auf genaueres Nachfragen meiner Freundin bot ich ein “weil es geht” an. Endgültig überzeugen konnte am Ende jedoch das Versprechen von RWE mit Hilfe des Systems den eigenen Energieverbrauch drastisch senken zu können. Außerdem ist es echt komfortabel vom Büro aus die Temperatur zu Hause steuern zu können.

Mein Set-Up 

Die Basisstation steht bei mir in der Nähe des Routers. Schliesslich braucht sie eine Verbindung zum Internet. Die Station ist schlicht und stört optisch nicht. Auf den ersten Blick könnte es sich auch um eine Wetterstation oder einen Router handeln. Mit der Basisstation sind kabellos vier Thermostate (Wohnzimmer, Bad, Küche und Schlafzimmer) sowie vier Steckdosenadapter verbunden. Die Steckdosenadapter steuern zwei Mehrfachsteckdosen, eine Stehlampe sowie meine Kaffeemaschine.

Die Basisstation ist schlicht und zeigt praktischerweise Uhrzeit und Datum an

 

Der Steckdosenadapter hat einen kleinen Schalter, um es auch mit der Hand ganz analog bedienen zu können

 

Das Thermostat im Einsatz. Die LED-Anzeige des Thermostats erleuchtet, wenn man das Rad dreht.

Die Installation der einzelnen Teile ist einfach und schnell erledigt. Die klassischen Thermostate an den Heizkörpern lassen sich mit einer Rohrzange ohne das Ausüben von roher Gewalt entfernen. Anschliessend werden die RWE Thermostate einfach aufgeschraubt. RWE hat netterweise zu jedem Thermostat gleich die passenden Batterien mit in die Packung gelegt. Wichtig ist, dass man sich merkt, welches Thermostat welchem Heizkörper zugeordnet wurde. Im nächsten Schritt müssen die einzelnen Thermostate mit Hilfe der Haus-Steuerung auf der Website von RWE Smarthome einzelnen Räumen zugeordnet werden. Das erfolgt ganz einfach per Drag and Drop.

Die Steckdosenadapter werden ganz simpel zwischen Steckdose und Endgerät gesteckt und anschliessend genau wie die Thermostate einzelnen Räumen und Funktionen zugeordnet.

Steuerung mit anfänglichen Tücken

Die Tatsache, dass ich keine Software auf dem Rechner installieren muss und per Browser mit Hilfe von Nutzername und Passwort theoretisch von jedem Rechner aus auf die Steuerung zugreifen kann war eine positive Aussicht. Leider blieb es jedoch dabei. Um die Haus-Steuerung im Browser nutzen zu können, muss die Mircosoft Silverlight Browsererweiterung installiert sein. Auch nach der Installation der Erweiterung zickte die Steuerung in Google Chrome rum. Zwar konnte ich per Mouse Geräte bewegen. Eine Texteingabe zur Benennung einzelner Komponente war jedoch nicht möglich. Mit Safari ging es dann allerdings problemlos.

Die Bedienung per Browser ist ein bisschen stockend.

 

Auf meinem Nexus 4 läuft die mobile Website flüssig.

Eine Mobile App für iPhone und iPad winkte zudem als passender Ersatz für die Steuerung per Browser. Auf dem iPad funktioniert die App gut. Auf dem iPhone ist sie allerdings auffallend langsam und die Darstellung nicht wirklich angepasst an das kleine Display. Rechts schnell fällt zudem auf, dass die App die Steuerung per Website 1:1 spiegelt. Auch Nutzer von Android Smartphones gucken nicht in die Röhre. Ich habe mir einfach ein Bookmark auf den Homescreen meines Nexus 4 gelegt. Tatsächlich nutze ich die mobile Website auf dem Nexus 4 am häufigsten zur Steuerung. Komischerweise funktioniert die in Google Chrome auf dem Smartphone ohne die auf dem Laptop beobachteten Probleme. Sollten mal weder Laptop, noch Smartphone zur Hand sein, können Thermostate und Steckdosenadapter übrigens auch ganz analog per Hand bedient werden. Die Adapter verfügen dazu über einen dezenten Knopf während die Thermostate eine einfach zu bedienende Drehregelung haben.

Nutzerprofile sind das A und O

Kern der Philosophie, die RWE mit dem Smarthome System verfolgt ist es, unnötigen Energieverbrauch im Haus zu senken. Viele elektronische Geräte verbrauchen auch im Stand-By eine nicht zu verachtende Menge Strom und Wohnungen müssen nicht den ganzen Tag voll geheizt werden, wenn man nicht den ganzen Tag zu Hause ist. Mit Hilfe der Haussteuerung habe ich für meine Wohnung verschiedene Profile angelegt. Unter der Woche fahren die Heizkörper die Temperatur in den Räumen eine Stunde vor dem Weckerklingeln hoch. So ist es angenehm warm, wenn ich aufstehe. Nachdem ich das Haus verlassen habe, fahren die Heizkörper die Temperatur einige Grad herunter. Eine Stunde bevor ich in der Regel nach Hause komme, wird die Temperatur wieder erhöht. Schliesslich senkt sich die Temperatur über Nacht wieder und am nächsten Morgen beginnt der Kreislauf von vorne. Am Wochenende folgen die Thermostate einem anderen Zeitplan. Die Temperatur habe ich dabei für jeden Raum individuell festgelegt.

Die Steckdosenadapter schalten zwei Mehrfachsteckdosen aus, nachdem ich das Haus verlassen habe. Eine Vielzahl an Geräten ist somit tagsüber nicht im Stand-By. Am frühen Abend bekommen die Mehrfachstecker wieder Saft. Meine Kaffeemaschine ist morgens, wenn ich aufstehe bereits an und schaltet sich auch automatisch wieder ab. Das Erstellen der einzelnen Profile ist ein bisschen komplizierter, als es sein müsste und dauert etwa 15 Minuten. Ist ein Profil jedoch erst einmal erstellt, funktioniert es einwandfrei.

Für den Fall, dass ich einmal von einem Profil abweichen möchte nutze ich einfach die mobile Website auf dem Smartphone oder ich gehe ganz altmodisch zum Regler und betätige ihn per Hand. Meisten freue ich mich jedoch diebisch darüber die Heizung vom Sofa aus bedienen zu können.

 Mein Fazit

Ich reize das Potential des Systems nicht annähernd aus. Das Spektrum der in den eigenen Haushalt einzubindenden Regler ist groß und wächst zusehends. So gibt es spezielle Adapter für die Nutzung im Freien oder Unterputzvarianten für Bauherren. Ein voll mit RWE Smarthome ausgestattetes Einfamilienhaus stelle ich mir schon sehr cool vor. Zudem dann auch besondere Features des Systems zum Tragen kommen können. Ist man etwa verreist, kann man das System einen Bewohner simulieren lassen. Dabei werden Lichtquellen willkürlich ein- und ausgeschaltet. Etwaigen Einbrechern wird so der Eindruck vermittelt, dass jemand zu Hause ist. Nach etwa einem Monat Nutzung kann ich noch nicht sagen, ob ich wirklich weniger Strom verbrauche. Das wird die nächste Abrechnung zeigen. Was ich besonders hervorheben möchte ist die Sensorik der Thermostate. Diese liefern nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch Daten zur Luftfeuchtigkeit. Ist ein Thermostat in der Nähe eines Fensters angebracht, kann es erkennen wenn dieses geöffnet wird. In diesem Fall schaltet es sich automatisch aus. Die Steuerung des Systems von unterwegs (sprich: über UMTS oder ein fremdes WLAN) ist allerdings nur für die ersten zwei Jahre der Nutzung kostenlos. Danach soll die Funktion laut RWE etwa 5 Euro/Monat kosten. Nach zwei Jahren denke ich, werde ich wissen, ob es mir das Wert ist. Positiv ist zuletzt noch anzumerken, dass man beliebig vielen Nutzern die Steuerung des Systems erlauben kann. Dies ist besonders für Familien und Pärchen ein großes Plus. Meine Freundin möchte das System mittlerweile nicht mehr missen.

Bottom Line: Das System macht Spaß, erleichtert den Alltag und vermittelt einen Hauch von Zukunft. Ich bin Fan.

Das Bild des RWE Smarthome Systems via.

3 Gedanken zu “Das Internet der Dinge und meine Heizung: RWE Smarthome [TEST]

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