Gastbeitrag: Die Wii U von Nintendo im Familientest

Quelle Foto: Nintendo

Quelle Foto: Nintendo

Dank Buzzriders und dem tollen Robert Basic hatte unser Gastautor Christof über Weihnachten die Möglichkeit, eine Wii U von Nintendo zu testen. Das traf sich besonders gut, da er ohnehin seit geraumer Zeit darüber nachdenkt, eine Spielkonsole für sich und seine Kinder anzuschaffen. Diese sollte natürlich möglichst familientauglich sein, um auch den Nachwuchs in geeigneter Weise an die manchmal nicht ganz unproblematische Medien- und Konsolennutzung heranführen zu können. Es folgt sein Erfahrungsbericht.

Auch als aufgeschlossene Eltern, will man beim Konsolenkauf ja nichts falsch machen. Einfach nur die neueste Hardware zu kaufen greift da zu kurz. Zuallererst gilt es natürlich die bisher gemachten Erfahrungen zu berücksichtigen – und die kommen bei uns in der Familie hauptsächlich von den Kinder. Mir als Selbstständigem fehlt einfach die Zeit für ausufernden Zeitvertreib vor dem Bildschirm.

Also lautete das Ziel herauszufinden, ob wir für die Familie zukünftig eher eine Wii U, eine Wii oder eine der Alternativen dauerhaft am heimischen Fernseher betreiben wollten.
Nintendo hatte uns die Konsole für 4 Wochen überlassen. Somit hatten wir von Mitte Dezember bis Anfang Januar Zeit, die Wii U – im Premium Paket – ausgiebig zu testen.

Übergrün_Nintendo_Wii U_Test_1

Zum Lieferumfang gehörten die Konsole, das berühmt-berüchtigte Gamepad – ein Tablett/Controller mit Bildschirm, Mikro und Frontkamera. Mit letzterem Feature kann man sich im Spiel beispielsweise selber aufnehmen. Was fehlte, waren zusätzliche Fernsteuerungen, was gerade für Partnerspiele etwas schade ist. Als Testspiele hatten wir Nintendo-Land und Mario für Wii U, beides Pakete mit mehreren Spielen.

Auspacken und aufbauen

Die Konsole lies sich schnell von der Verpackung befreien und auch der Anschluss an den Fernseher ging problemlos und schnell von statten. Da alle notwendigen Verbindungskabel mitgeliefert wurden, konnten wir im Prinzip sofort starten. Das Gamepad musste zwar erst einmal geladen werden, aber das mitgelieferte Kabel war lang genug, um gleichzeitig spielen zu können.

Dann folgte das, was zum Launch der Wii U pressewirksam für Unmut sorgte: der langwierige Update-Prozess. Zwar war die dafür nötige WLAN-Verbindung schnell eingerichtet aber der Download brach mehrfach ab, bis er dann doch mal endlich stabil lief. Das Glas halb voll betrachtet: Pünktlich zum Ende des Updates war auch das Gamepad aufgeladen ;-) .

Übergrün_Nintendo_Wii U_Test_6

Und was machten die Kinder dann? Sie legten erstmal Heerscharen von Miis an, Nintendos Konzept für Avatare, jeweils individualisiert, mit unterschiedlichen Haaren, Gesichtern und Kleidern. Sie haben bestimmt mehr als 50 Stück angelegt. Und das dauerte. Zum Spielen kam man so jedenfalls nicht. Aber na ja, so lang’s Spaß macht…

Dann musste natürlich vor jedem Spiel das passende Mii ausgewählt werden. Anschliessend nochmals ein kurzer Optimierungsprozess fällig – passende Kleidung, Frisur und weitere Details. Wie gesagt, der Spaß soll ja im Vordergrund stehen.

Übergrün_Nintendo_Wii U_Test_4

Die Spielerfahrung der Kinder – und der Erwachsenen

Meine Kinder verfügten bereits über Spielerfahrung mit der klassischen Wii – hauptsächlich im Bereich Sport-Ressort. Das ist auch ihr größter Spielanreiz, gemeinsam durch massloses Tennis-Spielen und Bowlen den Wohnzimmerboden zum Knarren zu bringen – gerne auch in Gruppen. Darüber hinaus kennen sie auch das eine oder andere iPhone- und iPad-Spielchen, soll heissen sie zeigen Sonic auf dem iPhone den Weg über die Rennstrecken und zerhacken Obst mit Schwertern. Vom Spielangebot, das mit der Wii U mitgeliefert wurde, zeigten sie sich zunächst einmal enttäuscht.

Die Spiele, mit denen sie am meisten was anfangen konnten: das Autorennen, Balloon und xy. Eins gleich mal vorneweg: Bei all diesen Spielen verwirrte sie das Gamepad als zweiten Bildschirm eher, als das es half. Der Teenie ist natürlich in der Lage, den zweiten Bildschirm in sein Spielerlebnis zu integrieren, für achtjährige und jünger ist der Wechsel zwischen zwei Bildschirmen mit unterschiedlicher Interaktion überwiegend zu komplex. Und ein fingerprint magnet ist das Gamepad obendrein – nach kurzer Zeit in Kinderhand schmutzt es ein.

Übergrün_Nintendo_Wii U_Test_3

Und wie erging es mir? Na, hervorragend. Ich habe alle Spiele durchgespielt, hatte mit dem Prinzen von Zelda [Anm. d. Übergrün Red.: Im Rest der Welt auch als Link bekannt ;-) ] ebenso viel Spaß wie beim Abschießen irrer Space-Monster und dem Ninja-Shootout in der Hello-Kitty-Schießbude. Nur mit Mario für die Wii U konnte ich mich ebenso wenig anfreunden, wie alle anderen Altersklassen im Haus.

Der zweite Bildschirm als Konzept

Das Gamepad soll das Besondere an der Wii U sein und den Spielspaß erhöhen. Ehrlich gesagt: Das hat bei uns – selbst mit zusätzlichen Bedien-elementen nicht optimal gepasst – leider. Die Idee ist an sich sehr gut, es gibt Spiele, in denen man ins Micro pusten, über den Bildschirm wischen und mit den Tasten steuern muss. Das ist herausfordernd und kann Spass machen. Leider reißen einen diese Spiele – zumindest im Nintendo Land – nicht vom Hocker. Fanden die Kinder auch…

Quelle Foto: Nintendo

Quelle Foto: Nintendo

Also würde ich sagen, an der Umsetzung muss hier noch gefeilt werden – sprich Nintendo braucht mehr Spiele, die den 2. Bildschirm besser integrieren. Gut, vielleicht hätten wir auch andere spielen müssen.

Und sonst so?

Was meine Kinder nicht durften: Baller-, Killer-, Hetzjagd-, Egoshooter-Kram. Das alles war eine No-Go-Area – keine Ausnahme.
Die Wii U ist super verarbeitet und es ist toll, sie auszuprobieren. Und Nintendo hat danach auch an uns verdient – und zwar wie nicht anders zu erwarten war, mit Wii Sport Resort – ein Klassiker, der immer geht.

Empfehlung

Aus der Erfahrung unseres Tests: Familien, kauft euch ne Wii, das ‘U’ muss noch etwas reifen – sowohl was Spiele angeht, als auch in der Einbindung des zweiten Bildschirms.

Autor: Christof /@cfischoeder

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>