Gadgets auf Reisen – von Tablets und dem Bose Quiet Comfort 15

Da uns unsere jeweiligen beruflichen Tätigkeiten ordentlich in Beschlag nehmen, kommen wir derzeit leider kaum dazu, uns dem Blog zu widmen. Warum nicht aus der Not eine Tugend machen, dachte ich mir und nutze mal meine jüngst durchgeführte Dienstreise, um ein wenig über “Gadgets auf Reisen” zu philosophieren.

UBERGRUN_TravelGadget_01-wm

Ein Flug schreit heutzutage eigentlich nicht nach individuellem Entertainment-Programm, kann man sich doch mit den vorhandenen Bordsystemen auch Transatlantikflüge kurzweilig gestalten. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will oder einen individuellen Geschmack hat (vielleicht hab ich den Melodic Death Metal Musikkanal bisher auch einfach nur übersehen) sorgt besser selbstständig für seine Unterhaltung.

Bild und Ton

An Auswahl von Darstellungsmitteln für Audio und Video Dateien mangelt es bei mir nun wahrlich nicht. Trotzdem bin ich immer auf der Suche nach dem bestmöglichen Gerät für den jeweiligen Einsatzzweck. Da es sich absehbar um eine stressige Reise handeln würde, war die erste Maßgabe, dass es ein möglichst leichtes Gerät sein sollte. Damit war mein Macbook Pro schonmal raus. Da mir auch mein iPad in der mobilen Nutzung eigentlich zu groß und zu schwer ist, ging die Tendenz schonmal Richtung 7″ oder weniger. Meinem guten alten Galaxy Tab wollte ich so einen Trip nicht mehr zumuten und mit dem Blackberry Playbook fühlte ich mich in Bezug auf die Multimedia-Eigenschaften noch nicht ausreichend verhaltenssicher ;-) . Man will ja plötzlich auch nicht ohne dastehen…

UBERGRUN_TravelGadget_02-wm

Trotz durchwachsener Erfahrungen in der bisherigen Nutzung ging die Tendenz also erstmal schweren Herzens in Richtung des Samsung Galaxy Note.

Als Konsequenz meiner bisherigen Erfahrung mit Hard- und Software diverser Hersteller fasse ich ja eigentlich nichts mehr an, auf dem kein angebissenes Obst zu sehen ist. Aber ich war fest entschlossen, dem Note noch eine Chance zu geben. Meiner Forderung nach der Darstellung diverser PDF Dokumente und der Offline Verfügbarkeit von Spotify Playlists und Kindle Büchern kam das Gerät ja problemlos nach.

UBERGRUN_TravelGadget_03-wm

Fünfe gerade sein lassend, lässt sich auf dem 5,5″ Display durchaus auch ein einfaches Schriftstück aufsetzen – dafür hatte ich es mir ja schließlich auch mal gekauft. Ein Blick auf Timos Eindruck zum Note II tat sein übriges.

Zu einem krachenden Halt kam der Plan dann aber als ich das Angebot von iTunes und Google Play verglich. Was letzterer Store zu bieten hatte, sagte mir irgendwie gar nicht zu – unabhängig davon, ob ich mir gerade jetzt in den Kopf gesetzt hatte, mir endlich mal Game of Thrones anschauen.

UBERGRUN_TravelGadget_04-wm

Man mag sich streiten, ob es ein Problem des Note ist, dass es keine geschützten Titel aus iTunes abspielen kann oder nicht – aber ich bekam erstmal nicht, was ich wollte.

Wenn man ein Gerät sucht, das kleiner als ein iPad ist aber dennoch Zugriff auf iTunes bietet, wird die Wahl eng…

Als ich aber im Laden stand und mir ein iPad Mini zulegen wollte, trat auch wieder Ernüchterung ein. Nennt mich verwöhnt aber seitdem ich ein iPhone 4 bzw. 5 und ein Macbook Pro mit Retina benutze, sind normale LCD-Displays eigentlich out. AMOLED wäre vielleicht noch eine gefällige Alternative. Also Apple…her mit dem iPad Mini mit Retina!

UBERGRUN_TravelGadget_05-wm

In meinen Überlegungen zurück auf Anfang gezwungen, überwog am Ende das Vertrauen in das ausgeklügelte System Apple/iTunes und ich packte mein iPad ein. Ironie…der Großteil dieses Artikels entstand im Flieger auf besagtem iPad…und ich hörte nicht auf zu fluchen. Irgendwie fühlte sich das iPad beim Tippen nie so richtig gut an auf dem Klapptisch des Flugzeugsitzes. Und das Tippen auf der Glasscheibe ging mir auch recht schnell auf die Nerven…

UBERGRUN_TravelGadget_12-wm

Long Story short…bei mir kristallisierte sich heraus, dass ich für den reinen Multimedia-Konsum ein Gerät um die 5,5″ – 7″ bevorzuge und sobald auch nur latent die Gefahr besteht, dass viel zu tippen ist doch etwas mit einer ordentlichen Tastatur mitnehmen würde. Bevor einer fragt: Ich hätte natürlich auch auf meine Logitech Tastatur zurückgreifen können. Dieser blitzgescheite Einfall kam mir aber erst nachdem ich wieder zu Hause war ;-) . Kommt davon wenn man die Sachen ausnahmsweise mal wegräumt.

Klang

Nachdem die Tablet-Krise ausgestanden war, wartete die Befassung mit dem nächsten First-World-Problem. Das Entertainment Erlebnis steht und fällt schließlich damit, wie man die Klänge, die das Gadget der Wahl ausspuckt, anschliessend auf die Ohren bekommt. Bei meinen bisherigen Flügen fiel mir bei den Mitreisenden häufig ein bestimmtes Accessoire auf…ein Kopfhörer von Bose. Kurze Recherche am heimischen Internet verriet, dass man wohl um mich herum der aktiven Geräuschunterdrückung das Vertrauen geschenkt hatte.

UBERGRUN_TravelGadget_06-wm

Ein paar Klicks mehr offenbarten, dass mehrere Hersteller entsprechende Technik anboten – das Gros der positivem Kommentare zeigte aber eindeutig auf den Bose Quiet Comfort 15. Schön und gut, die Aussicht, die Geräuschkulisse in der Kabine einfach auszuschalten klang natürlich sehr verlockend – dieses Feature hat aber auch seinen Preis: Mit einer UVP von 349€ schlägt ein solcher Bose Kopfhörer in den heimischen Geldbeutel mit der Wucht eines taktisches Nuklearsprengkopfs ein.
Ich hab den Schritt dennoch gewagt (hab ein günstiges Angebot gefunden) und war dementsprechend gespannt, wie sich die aktive Geräuschunterdrückung denn nun in der Praxis äußert…

Und dann war Stille…

Na ja, eigentlich nicht. Will sagen, der Kopfhörer hüllt seinen Nutzer nicht in einen totalen Mantel der Schweigens – das soll er aber auch nicht. Er soll vielmehr die auffällig störenden tiefen Töne der Triebwerke rausfiltern und hellere Töne wie beispielsweise Durchsagen oder Stimmen nicht beeinträchtigen. Im ersten Moment, unmittelbar nachdem man den Ein-Schalter betätigt hat, tut sich erstmal nichts.

UBERGRUN_TravelGadget_11-wm

Dann aber tritt der erwünschte Effekte ein und man hört einen merklichen Unterschied. Ich will es mal so beschreiben: Wenn man sonst das Gefühl hat, als stünde man unter einem rauschenden Wasserfall, verwandelt der Bose Quiet Comfort 15 das Hintergrundgeräusch des Fliegers in eine Art entfernte Eisenbahn. Deutlich angenehmer… Ich konnte damit sogar ganz passabel schlafen. Helle Töne und Stimmen lässt der Kopfhörer übrigens nicht ganz unangetastet – sie werden etwas dumpfer und sind gegen den immer noch vorhandenen Hintergrundkrach nicht so gut zu verstehen, wie ohne Kopfhörer.

Der Kopfhörer kommt in einer Aufbewahrungsbox, in der auch das mitgelieferte Zubehör Platz findet.

UBERGRUN_TravelGadget_07-wm

Angenehmer Nebeneffekt für Nutzer von Apple Gadgets. Dem Bose Quiet Komfort liegt ein extra Kabel bei, das über eine Fernsteuerung für Hardware aus Cupertino verfügt. Das ist extrem praktisch, weil man bei Durchsagen oder der Getränkebestellung kurz mal unter die linke Ohrmuschel greift und auf “Mute” geht.

UBERGRUN_TravelGadget_09-wm

Der Kopfhörer lässt sich auch ohne Kabel nutzen, dann dient er nur für eine angenehmere Geräuschkulisse, ohne eine externe Klangquelle. Wer ihn auch abseits seines Reisemittels nutzen will sollte beachten, dass die Geräuschunterdrückung auf jeden Fall eingeschaltet sein muss – für Audiophile damit wohl nicht erste Wahl.

UBERGRUN_TravelGadget_08-wm

Ein Adapter für die Onboard-Systeme komplettiert das Zubehör. Das ist leider noch keine Garantie, dass man den auch nutzen kann. Zwar ist die Schnittstelle wohl grundsätzlich genormt aber die eine oder Fluglinie setzt doch auf ein anderes System. Bei der Lufthansa war das Headset irgendwie fest installiert und bei United passte der Adapter nicht -.-

UBERGRUN_TravelGadget_10-wm

Ob einem das Gesamtpaket den aufgerufenen Strassenpreis von ca. 300€ wert ist, möge am Ende jeder selbst entscheiden. Ich für meinen Teil kann den Kopfhörer jedem empfehlen, der während eines langen Flugs etwas Ruhe finden möchte.

Fazit

Gibt’s für mich derzeit die perfekte Reiseausstattung? Nein, weil es noch kein iPad Mini mit Retina Display gibt. Wer aber etwas flexibler in der Wahl des Herstellers ist und Bereitschaft zeigt, geringe Abstriche in der Verfügbarkeit von Multimedia-Inhalten zu machen, ist für reines Konsumieren mit einem 5,x bis 7 Zöller meiner Meinung nach am besten bedient. Leuten, die mit ihrem Tablet unterwegs arbeiten wollen, sei nach wie vor irgendwas mit einer externen Tastatur ans Herz gelegt.

Kopfhörer-technisch hat mich die aktive Geräuschunterdrückung des Bose Quiet Comfort 15 uneingeschränkt überzeugt. Ob Modelle in einer etwas gefälligeren Preislage eine vergleichbare Qualität liefern, vermag ich nicht einzuschätzen. Wer aber viel unterwegs ist, dem dürfte das entspannte Nickerchen über den Wolken vielleicht den eine oder anderen Euro mehr wert sein.

A propos über den Wolken. Den günstigsten Preis für den Kopfhörer hab ich im Duty Free Einkauf “inflight” entdeckt. Wer also mit dem Gedanken spielt, sich das Ding zuzulegen, sollte vielleicht darauf pokern!

Ein Gedanke zu “Gadgets auf Reisen – von Tablets und dem Bose Quiet Comfort 15

  1. Pingback: Microsoft’s Surface RT: Taugt das Windows Tablet doch etwas!? [Test] | Übergrün

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>