Mit dem Samsung Galaxy S4 Active auf’s Wacken Open Air? [Teil 1/3]

Ein wasser- und staubgeschütztes Handy mit auf’s Wacken Open Air zu nehmen, hat bei bei mir gute Tradition. Vom Samsung B2710, das ich 2011 mit hatte, wechselte ich im letzten Jahr auf ein Samsung Galaxy Xcover – ein riesen Schritt nach vorne. Doch perfekt war das ganze noch nicht. Daher beabsichtige ich in diesem Jahr nochmal deutlich aufzurüsten. Ein Samsung S4 Active soll es sein. Warum ich mich dafür entschieden habe und welche Alternativen ich betrachtet habe, lest ihr hier…

Quelle: de.samsung.com

Quelle: de.samsung.com

“Rain or Shine” lautet das Motto des Wacken Open Air – zurecht, wie sich letztes Jahr wieder rausstellte. Es haperte ein bißchen an der Balance. Es gab recht viel “Rain” und verhältnismäßig wenig “Shine”. Ideale Bedingungen also, um mobile Hardware in die ewigen Jagdgründe zu entsenden. Wohl dem, der dann ein witterungsunabhängiges Handy dabei hat.
Bei mir war das ein Samsung Galaxy Xcover. Wie sich das Gerät schlug gibt’s hier in ausführlich.

Insgesamt lieferte das Xcover einen durchwachsenen aber nicht unbedingt negativen Gesamteindruck ab. Ich benutze das Handy immer noch regelmäßig und die Erfahrungen vom letzten Jahr haben sich über die Zeit bestätigt. Meistens nutze ich es zum Joggen und halte es dabei in der Hand. Wenn ich von meiner Runde zurückkomme werfe ich es zusammen mit den anderen schwitzigen Utensilien wie Sonnenbrille und Kopfhörer einfach ins Waschbecken bzw. reinige es einmal die Woche intensiv. Soweit so gut.

Das einzig wirklich neue Problem, das über das Jahr aufgetaucht ist, ist der extrem knapp bemessene Speicher. Mit Runtastic Pro, Spotify mit runtergeladener Playlist und einem Twitter Client platzt das Telefon schnell aus allen Nähten. Move2SD-Manöver und “Rooten” mit anschließendem Löschen der werkseitig installierten Apps haben die größte Not gelindert aber bei der Nutzung als Alltagstelefon dürfte man schnell in Probleme laufen.

Am Ende vom Speicher sind noch viele Apps übrig...

Am Ende vom Speicher sind noch viele Apps übrig…

Je näher dann mein Urlaub bzw. Wacken 2013 rückten, desto öfter kam der Gedanke, dass das auch irgendwie besser gehen muss.

Ich formulierte also kurzerhand die wichtigsten Anforderungen an meine diesjährige Gadget-Begleitung:

* Besseres Display, insb. im Tageslicht
* Schneller und komfortabler in der Bedienung
* Größerer Speicher
* Witterungsunabhängig, gerne auch robust
* Bessere Kamera
* Ggf. als Alltagstelefon nutzbar

Den letzten Punkt sollte ich wohl erklären. Ich nutze im Alltag zwei Handys und mein treuer Begleiter Nr. 2 ist derzeit ein Blackberry Bold, den ich zwar klasse finde, der mittlerweile in Sachen Bedienung aber zu häufig an Grenzen stößt. Soll heissen, es war klar, dass wenn ich jetzt tief in die Tasche greife, kein Telefon angeschafft wird, das ich dann und wann mal auf eine Joggingrunde mitnehme sondern de facto den Blackberry ersetzt.

Am Ende taten sich folgende Optionen auf:

Samsung Xcover 2

Die offensichtlichste Alternative wäre natürlich, den Nachfolger meines vorhandenen Telefons zu nehmen. Glaubt man den diversen Reviews im Internet hat Samsung hier tatsächlich eine gute Schippe nachgelegt und viele der Macken des ursprünglichen Xcover … na sagen wir mal abgemildert wenn auch nicht unbedingt beseitigt.
Besseres Display mit etwas höherer Auflösung, ein etwas stärkerer Prozessor und größerer Speicher sorgen nicht unbedingt für einen Quantensprung aber dennoch für ausreichend Verbesserung, so dass man wohl den Unterschied deutlich merkt.

Quelle: images.samsung.com

Quelle: images.samsung.com

Im Grunde erfüllt das Xcover 2 meine Anforderung fast vollständig und das auch noch zu einem halbwegs attraktiven Preis. Ich bin fast sicher, hätte Samsung das S4 Active nicht angekündigt, ein Xcover 2 würde gemeinsam mit mir die Reise gen Norden antreten.

Bei der Alltagstauglichkeit reisst das Outdoor-Handy aber die Latte. Fand ich beim ursprünglichen Xcover das rostbraun noch ganz ansehnlich und das grau eher langweilig, trifft bei den beiden Farbkombinationen des Xcover 2 nur die graue Variante meinen Geschmack. Dummerweise war ausgerechnet grau bei meinem Haus- und Hoflieferanten deutlich teurer als das gewöhnungsbedürftige rot-schwarz.
Auch gefällt mir die äußere Form nicht gut genug, um das Ding tagtäglich verwenden zu wollen.

Also wär’s am Ende doch eher wieder eine Art Sporthandy geworden – und damit verdammt gewesen, beklagenswert selten zum Einsatz zu kommen.
Die vorgenannten Gründe gelten übrigens analog für die sonstigen Outdoor-Handys, die es so gibt…

iPhone 5 im Outdoor-Case

Das ein iPhone 5 ein Xcover um Längen schlägt, ist klar. Die beiden boxen einfach in unterschiedlichen Gewichtsklassen. Aber wenn es um die Robustheit geht, sieht das iPhone keine Sonne. Die Abnutzungserscheinungen beim täglichen Gebrauch haben selbst mich als alten Case-Muffel dazu verleitet, mein Telefon in eine Hülle zu packen.

Der Otterbox Defender Bausatz.

Der Otterbox Defender Bausatz.

Üblicherweise steckt das Ding in einer Otterbox Commuter und fühlt sich darin wohl. Es liegt damit sogar ein stückweit besser in der Hand. Als ich mir das Commuter Case bestellt habe, kaufte ich gleich noch eine Defender-Hülle mit dazu – falls es mal etwas robuster zugeht. Auch diesen Schritt habe ich bisher nicht bereut. Darin fühlt sich das iPhone schon echt behütet an und ich hatte diese Kombination bereits erfolgreich beim Rock Hard Festival und beim Iron Maiden Konzert in Oberhausen im Einsatz.

Otterbox Defender im Außeneinsatz...

Otterbox Defender im Außeneinsatz…

Restzweifel blieben aber. Ich will mich nicht mit Harry Houdini vergleichen aber ich hab’s irgendwie hinbekommen, sofort Feuchtigkeit in den Defender zu bringen, nachdem der geschlossen war.

Ein Tropfen unter der Schutzfolie...

Ein Tropfen unter der Schutzfolie…

Dazu gilt es noch die offen liegenden und nicht geschützten Schnittstellen des Telefons zu berücksichtigen, die ein idealer Angriffspunkt, insbesondere für Flüssigkeiten bleiben.

Das geschützte Telefon.

Das geschützte Telefon.

Wer sein Telefon aber eher fallen lässt, als es auf Tauchfahrt zu schicken, dem sei versichert, dass ein Handy in einer solchen Umverpackung wohl bestmöglich geschützt ist.

Sony Xperia Z

Elegant und vordergründig makellos schön, mag man zunächst gar nicht glauben, dass Sony dem Xperia Z tatsächlich eine IPX7 Zertifizierung verpasst und es damit gegen Staub und Wasser geschützt hat.
Ehrlich, als ich das erste mal die TV-Werbung sah (dieses Touristenpärchen, das sich mit farbigem Pulver vollsauen lässt) war mein erster Gedanke “Viel Spaß beim Saubermachen”. Tatsächlich sind aber alle Schnittstellen an dem Telefon mit Gummideckeln abgedichtet. Hinzu kommt ein geschlossenes Gehäuse, d.h. mit festverbautem Akku. Abwaschen ist also prinzipiell kein Problem. Hardware und Software sind nicht mehr ganz aktuell aber immer noch mehr als angemessen für ein Highend-Smartphone.

Quelle: www.sonymobile.com

Quelle: www.sonymobile.com

Und jetzt kommt das “Aber”… Unzählige Blogs und Youtube Videos später hatte ich mich dann doch gegen Sony’s aktuelles Flaggschiff entschieden. Die oft kritisierte, eckige Form war für mich eigentlich kein Problem und auch der eingeschränkte Blickwinkel auf das Display hat mich nicht geschockt. Aber die Oberflächen auf der Vorder- und Rückseite haben letztlich den negativen Ausschlag gegeben.

Fangen wir mal so an… das Sony Xperia Z ist – ähnlich wie das Samsung S4 Active – kein wirkliches Outdoor-Smartphone. Es ist in der Lage, bestimmten negativen Einflüssen zu widerstehen, die für andere Telefone vermutlich “Game Over” bedeuten würden – aber eben nicht allen. Schnelles Überwinden von Höhenunterschieden – insbesondere abwärts – und die anschliessende Landung, mögen solche Geräte gar nicht. Das war wohl auch den Ingenieuren bei Sony bewusst weswegen sie die kratzfeste Glasfront und Rückseite mit einer Splitterschutzfolie versehen haben, damit bei einem Bruch nicht unzählige kleiner Scherben rumfliegen.

Diese Folie ist aber anscheinend wiederum ganz und gar nicht kratzfest und obendrein noch fingerabdruckeinladend. Ich habe mir diverse Videos angeschaut von Leuten, die diese Folie entfernt haben und damit auch nicht so richtig glücklich wurden, weil dann zwar das elegante Glas durchkommt, dieses aber wiederum nicht gegen Fingerabdrücke präpariert ist. Sony’s Lösung ist wohl die Verwendung einer zweiten Schutzfolie – eines klassischen Screen Protectors – der dem Telefon beiliegt. Hand hoch wer außer mir noch glaubt, dass das die zweitbeste Lösung ist.

Hinzu kommt, dass es doch relativ viele Berichte gibt, von Leuten, denen das Glas gebrochen ist, weil das Telefon recht groß und starr ist und das Gerät im Zweifelsfall nur einen Ausweg kennt…”Knack”.
Ich bin eher vorsichtig, wenn es um negative Produkt-Kommentare im Netz geht. Da sich überwiegend diejenigen melden, die was auszusetzen haben, entsteht oftmals ein übermäßig negatives Bild. Aber in diesem Fall ist doch eine klare Tendenz erkennbar und die Schäden sind oftmals in Situationen aufgetreten, in denen ich mich durchaus auch wiederfinden könnte. Ich bin sicher, dass das ein klasse Handy ist – nur nicht ganz das was ich gesucht habe…

Samsung Galaxy S4 Active

Ich will mich hier gar nicht länglich den weitläufigen Kritikpunkte an Samsung Mobiltelefonen anschliessen. Kurz, auch ich bin der Meinung, dass sie sich die Außenhaut ihrer Handys von einem komplett Geschmacksverirrten basteln lassen und hoffe man geht irgendwann wieder auf den Look des S2, des Galaxy Nexus oder auch des ersten Galaxy Note. Letzteres hat mich hinsichtlich Performance-Einbrüchen, generellen Macken und der Software-Pflege derart irritiert, dass ich von Android – insbesondere von herstellerangepassten Varianten – eigentlich die Nase voll hatte.

Quelle: de.samsung.com

Quelle: de.samsung.com

Auftritt Galaxy S4 Active… Flagship Phone mit IP67 – das hat mein Interesse dann doch geweckt. Ein robustes Handy, wie das Xcover ist es nicht geworden aber im Gegensatz zum Xperia Z hat es mit seiner Kunststoffrückseite bereits eine Schwachstelle weniger. Insgesamt hat das S4 Active ja auch nochmal deutlich mehr Leistung unter der Haube – sieht man mal von der Kamera ab. Die wurde im Gegensatz zum Standard S4 auf 8 Megapixel abgespeckt, was natürlich für sich noch nichts über die Qualität der Aufnahmen aussagt. Review-technisch ließ sich da kein abschließendes Urteil bilden. Der eine schreibt die Kamera ist gut – der nächste schreibt sie taugt nichts. Mal ist der Akku super (ist halt der selbe wie beim S4) – dann ist er wieder innerhalb von 2 Stunden leer. Hier zeigt einer ein Video, wie er mit dem Telefon – etwas überspitzt gesagt – das Great Barrier Reef abfilmt, dort säuft das Ding beim Nächsten in einer Cornflakes-Schale voll stillem Wasser ab.
Will sagen, ich werde das alles selber testen müssen um mir dann ein abschliessendes Urteil zu bilden.
Vom Äußerlichen wirkt das Telefon sicherlich nicht so edel wie das Xperia Z, gefällt mir persönlich aber ganz gut. Die Struktur, die man in den rückseitigen Deckel eingebracht hat lässt es etwas weniger billig wirken. Mir hätte vor allem das blaue ganz gut gefallen – eine von drei Farben in denen das Gerät verfügbar ist. Bisher ist nur grau lieferbar. Die beiden anderen, blau und orange, sollen in den kommenden Wochen folgen – das wäre aber für mich zu spät gewesen. Ist aber vielleicht auch besser so – an dem blau kann man sich doch schnell satt sehen…

Fazit

Vielleicht hat sich der eine oder andere auch schonmal gefragt, ob ein IPXX zertifiziertes Telefon nicht ein gute Wahl wäre. Und genau darum ging’s für mich bis hierher – also um die Frage, ob ich mit einem extra geschützten Telefon auf’s Festival fahre und wie viel Qualität ich gerne hätte. Nachdem die Entscheidung in diese Richtung gefallen war, gab’s eigentlich nur noch zwei echte Kandidaten, das Sony Xperia Z und das Samsung S4 Active. Ich habe mich aus den genannten Gründen für das S4 Active entschieden. Dazu beigetragen hat natürlich auch der Umstand, dass ich für das Samsung Handy nur 10 Euro drauflegen musste gegenüber dem Xperia Z.
Wer auf der Suche nach einem reinen Zweit- und Ersatzhandy ist, das er nicht alltäglich einsetzt sondern beispielsweise beim Sport und/oder im Auto nutzen möchte ist sicherlich auch mit Samsung’s Xcover Serie gut bedient. Dafür hat’s bei mir bisher gereicht.
Last but not least, wer sicher weiß, dass er Flüssigkeit und Staub fernhalten kann und sich eher um Stürze Gedanken macht, bei dem reicht bestimmt eine robuste Outdoor-Hülle, wie bei mir mit iPhone 5 und Otterbox Defender.

Wie geht’s weiter?

Tja, das hängt jetzt ein bißchen von Deutschlands größtem Internetkaufhaus ab. Ich hatte das S4 Active schon vor Wochen vorbestellt, zuckte dann aber kurz vor Start der Auslieferung zurück, weil ich mir noch nicht richtig sicher war, ob ich nicht doch das Xperia Z nehmen sollte. Die Entscheidung, so dachte ich, würde ich kurz vor Abreise treffen. Pustkuchen, denn nach einem ersten Rutsch ging die Verfügbarkeit wieder auf “Vorbestellbar”. So tat ich dann auch und habe mit unvermeidlich näher rückender Abreise, als sich beim Lieferstatus immer noch nichts getan hatte, eigentlich die Hoffnung aufgegeben und wollte stornieren. Dann war es wohl doch kurze Zeit lieferbar und anscheinend wurde meine Vorbestellung bedacht. Allerdings hing die Lieferanzeige sehr lange auf “Versand in Kürze”.

Long story short…kommt das Ding rechtzeitig an, gibt’s noch einen Ersteindruck und wenn ich wieder zurück bin einen Erfahrungsbericht. Kommt es nicht mehr rechtzeitig, können wir gemeinsam die Daumen drücken, dass der “Defender” seinem Namen alle Ehre macht und meinem iPhone Deckung vor Regenschauern, Bierduschen oder Abkühlversuchen mit einem Feuerwehrschlauch bietet.

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