Mit dem Samsung Galaxy S4 Active zum Wacken Open Air! [Teil 2/3]

Die Post aus Bad Hersfeld kam tatsächlich noch rechtzeitig an. Wie angekündigt, kann ich hier also schon einmal meinen Ersteindruck zum Samsung Galaxy S4 Active teilen.

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Ich zäume das Pferd von hinten auf und fange mit dem aktuelleren Teil der Geschichte an. Dieser Tage wird nämlich hier und da über die Wasserfestigkeit des Galaxy S4 Active geschrieben.

Also…

Smartphones betrachten Wasserreservoirs im Allgemeinen – unabhängig von deren Größe – als lebensfeindliche Umgebung. Warum erzähle ich das?

Dank einer früheren Markteinführung haben die Kunden des amerikanischen Providers AT&T bereits seid einigen Wochen das Vergnügen, das Samsung Galaxy S4 Active zu kaufen. Wenn man einen Blick in die Kommentare der Produktseite wirft, findet man eine beunruhigende Anzahl von Leuten, deren Handy aufgrund von Wassereinbruch zum “Backstein” wurde. Ein interessantes Detail: Eher früher als später taucht bei der Beschreibung des Schadenshergangs der Begriff “Swimming Pool” auf.
Merke: Smartphones gehören nicht in Swimming Pools.

Eine Geschichte voller Missverständnisse

Zugegeben, die Vermarktung des Galaxy S4 Active durch Samsung lässt mehr oder weniger unterschwellig den Eindruck aufkommen, als könne man das Telefon sorglos beim Badespaß einsetzen. Der Aqua Modus der Kamera tut sein Übriges dazu. Samsung ordnet das Galaxy S4 Active für sich erstmal nicht der Kategorie “Outdoor” zu (jedenfalls nicht auf der Homepage; Nachtrag 12.08.13: Habe gerade festgestellt, dass das mittlerweile doch so ist…viel Spaß mit den Reklamationen) und spricht in Bezug auf die IP67 Zertifizierung von Spritzwasserschutz (und hat vorausschauend Wasserschäden schonmal aus der Garantie ausgeschlossen). Was sie allerdings dabei geritten hat, auf der Produktseite jemand abzubilden, der offensichtlich im Meer getaucht Fotos mit dem S4 Active macht, weiß bei Samsung wahrscheinlich auch keiner mehr so richtig.

Der Aufforderung in Bild und Text kommt man besser nicht nach - wenn man beabsichtigt, die Garantie in Anspruch zu nehmen...

Der Aufforderung in Bild und Text kommt man besser nicht nach – wenn man beabsichtigt, die Garantie in Anspruch zu nehmen… // Quelle: www.samsung.com/de

Was also könnte Otto Normalverbraucher dabei helfen, den Nebel des Krieges den die Samsung Marketing Leute über dem Galaxy S4 Active ausgebreitet haben zu lüften. Man nehme: den gesunden Menschenverstand. Und dabei sind wir dann auch bei meinem Ersteindruck von Galaxy S4 Active.

IP67- Zertifizierung

Erstmal die Fakten. Bei dieser Schutzart gibt die erste Ziffer den Fremdkörperschutz an (6=Staubschutz) und die zweite Ziffer den Schutz vor Wasser (7=zeitweiliges Untertauchen).

Staubschutz: Kauf ich!

Alle Bedienelemente des S4 Active bieten möglichst wenig Angriffsfläche für Staub, Schmutz und Dreck. Der Micro-USB Anschluss ist zudem noch durch eine Abdeckung geschützt.

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Ausnahme macht der Kopfhöreranschluss, dem man die Wasserfestigkeit wohl intern verabreicht hat. Hier kann sich weiterhin Staub einnisten – allerdings lässt der sich dann auch wieder problemlos ausspülen.

Wasserschutz: Ich weiss nicht recht!?

Den Schutz vor zeitweiligem Untertauchen der IPX7 bedeutet im Klartext, dass sich das Handy in bis zu einem Meter Wasser ca. eine halbe Stunde zur Wehr setzt, bis mit Wassereinbruch zu rechnen ist.

Schauen wir uns das mal von der praktischen Seite an. Grundsätzlich sind beim Galaxy S4 Active alle Möglichkeiten, über die Flüssigkeit ins empfindliche Innere eindringen könnte, abgesichert. Es ist also eher die Frage, wie zuverlässig das funktioniert. Das die Gummidichtung im Inneren nur den Kern mit Akku und den Kartenslots schützt, wirkt zunächst einmal befremdlich – denn es bedeutet, dass sich dort nach einem “Tauchgang” durchaus Wasser befinden kann – aber keinen Schaden anrichten sollte.

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Bei der Micro-USB Abdeckung verhält es sich ähnlich. Im Inneren der Abdeckung sind zwei kleine Stopfen, die für Abdichtung und Halt sorgen sollen. Darf sich Wasser unter dem Deckel befinden? Keine Ahnung – so problemlos wie unter dem Rückenteil sicherlich nicht.

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Was diesen Pfropfen zur Achillesferse macht, ist die Tatsache, dass man ihn ohne große Mühe aufmachen kann. Ernsthaft…locker mit dem Fingernagel dran gezogen und das Ding ist offen. Das war ich bisher vom Galaxy Xcover komplett anders gewohnt. Da muss man wirklich gezielt dran rumprökeln, sonst rührt sich da gar nichts.
Ähnlich verhält es sich mit der inneren Gummidichtung beim Galaxy Xcover: Die versenkt sich regelrecht im Telefon und wird obendrein noch von einer Schraube gehalten. Was ich noch nicht so recht begreife ist, warum Samsung wider besseren Wissens die jetzige, anfällige Konstruktion beim Galaxy S4 Active gewählt hat.

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Um das klarzustellen – ich spreche dem Telefon nicht seinen Spritzwasserschutz ab. Und ich bin auch davon überzeugt, dass man, wenn man vorsichtig ist, tolle Unterwasseraufnahmen im Schwimmbad machen kann. Aber mein erster Eindruck ist, dass man die USB-Abdeckung irgendwie fixieren sollte – Finger drauf oder zur Not mit Tape.

Die Musterlösung lautet meines Erachtens aber weiterhin das Telefon nicht gezielt Wasser auszusetzen. Ob es meine Erwartungen erfüllt, werde ich nach meiner Rückkehr vom Wacken Open Air berichten. Um abschließend auf meinem Punkt mit dem gesunden Menschenverstand zurückzukommen. Leuten, die dieses Telefon in der Hand hatten, sich die Dichtungen angeschaut haben, einmal zum Aufladen die Kappe vom USB Anschluss entfernt haben und dann – bei allen Marketing Versprechen – meinen, sie hielten da sowas wie eine Unterwasserkamera in der Hand, ist nicht mehr zu helfen. Ich bin trotzdem gespannt, wie lange das Galaxy S4 Active noch mit einem Schnorchler beworben wird.

Und sonst?

Insgesamt bin ich durchweg beeindruckt. Das S4 Active liegt super in Hand und lässt sich trotz des 5 Zoll Displays einwandfrei bedienen. Die glatte Rückseite, die mich zugegebenermaßen irgendwie an meine erste Zahnspangendose erinnert, trägt dabei zu meiner Verblüffung eher zum positiven Gesamterlebnis bei (liegt wohl daran, dass ich sie nicht ansehen muss). Das Smartphone fühlt sich einfach angenehm an.

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Eingerichtet war das Telefon überraschend schnell. Viele Apps wurden direkt nach dem ersten Einschalten sofort aktualisiert. Was mich etwas verwundert hat, war der Download der Software Sammlung die sich beim “rooten” meines Xcover angesammelt hat. Die Motivation, ausrechnet diese Apps automatisch zu installieren, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Andere – öfter genutzte – Apps blieben hingegen unberührt. Insofern hab ich die Zeit, die ich durch die automatische Aktualisieren gewann, gleich wieder verloren, weil ich erstmal nutzlose Apps löschen musste.

Bedienung

So lange ich nicht darüber nachdenke, dass es eines mit vier Kernen zu je 1,9 GHz bestückten Prozessors und einer entsprechenden GPU bedarf, um eine flüssige Bedienung des UI hinzubekommen, überzeugt mich die Nutzung des Galaxy S4 Active bisher absolut. Ich bin mal gespannt, wie es sich in den nächsten Tagen so schlägt aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich den Wechsel zurück auf mein iPhone – zumindest technisch – als einen Rückschritt empfinden könnte. Warten wir es mal ab.

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In freier Wildbahn…

…fühlt sich das Galaxy S4 Active hoffentlich wohl. Die besten Voraussetzungen bringt es eigentlich nicht mit. “Robust” ist ein Wort, dass ich sowohl bei Samsung als auch in diversen Blogs gelesen habe. Mir erschließt sich noch nicht, worauf sich diese Einschätzung gründet. Auf die Konstruktion sicher nicht. Das Galaxy S4 Active ist vom Design deutlich näher an meinem Galaxy Note als an meinem Galaxy Xcover.

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Um es mal so zu sagen: beim Galaxy Xcover hab ich den Versuch eine Bierflasche damit zu öffnen erst abgebrochen, als der Kunstoff deutlich nachgab und ich dem Handy keine permanente Narbe zufügen wollte. Beim Galaxy S4 Active käm’ ich nicht mal ansatzweise auf die Idee, so einen Stunt überhaupt zu versuchen. Das ist ein hochwertiges und schickes Handy, das nicht ansatzweise den Eindruck vermittelt, als wolle es der Witterung ausgesetzt werden.

Fazit

Die ersten Stunden mit dem Galaxy S4 Active sind rum. Ich habe insgesamt einen positiven Eindruck und bereue meine Kaufentscheidung bisher nicht. Das liegt aber wohl auch daran, dass ich mir – nach ausführlicher Recherche im Vorfeld – sehr darüber im Klaren war, was ich da anschaffe. Wer ein Galaxy Xcover mit dem technischen Features eines Galaxy S4 erwartet, der irrt. Wer hingegen ein hochwertiges Smartphone sucht, das auch kleinere (und vereinzelt größere) Sünden verzeiht – der wird hier sicher fündig. Mein abschließendes Urteil fälle ich aber erst wenn ich wieder da bin und das Festival hinter mir habe.

Und wie geht’s diesmal weiter?

Tja, wie gesagt, die Geschichte des Galaxy S4 Active auf Übergrün soll eine Trilogie werden. Aber gilt meine Aufmerksamkeit erstmal meiner Anreise, dem Aufbau und dem Metal.

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Und wenn ich bei all dem keinen Gedanken an mein Smartphone verschwenden muss…dann war’s ein Erfolg!

2 Gedanken zu “Mit dem Samsung Galaxy S4 Active zum Wacken Open Air! [Teil 2/3]

  1. Hallo Marco.

    Witziger Artikel!

    Und ein interessanter noch dazu; ich habe mir auch das Acitve geholt, habe das Ding jetzt seit einer Woche und bin begeistert. Gekauft nur deshalb, weil meine Frau ein S3 haben wollte, somit hat sie meins bekommen…

    Und ich wollte gerne mal was haben, was auch mal ´nen Regenschauer mitmacht ohne danach direkt in die Tonne zu wandern.

    Dein Eindruck spiegelt zu 100% meinen Eigenen wieder. Dass jetzt die Foren voll sind von irgendwelchen Krachern, die mit dem Gerät “tiefseetauchen” gehen, war mir bei der unseriösen und unglaublich bekloppten SAMSUNG-Werbung klar…

    Dir jetzt erstmal viel Spaß und grüß mir Lemmy
    Micha

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